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17.09.1982

DBDCDD

In thematisch zusammenhängenden Beiträgen beschäftigt sich Michael Bauer mit Fragen des Ob und Wie einer Datenbank-Implementierung, der Auswahl eines geeigneten TP-Monitors und der Ausbildungserfordernisse je nach Benutzerebene. Außerdem stehen Themen wie Data Dictionary, Dritte Normalform neue Hochsprachen und Datensicherheit im Mittelpunkt seiner Erörterungen.

*Michael Bauer, Leiter des Bereichs DV-Beratung bei der GES-Gesellschaft für elektronische Systemforschung mbH in Allensbach, ist seit vielen Jahren mit der Anwendungspraxis von Datenbank- und Online-Systemen vertraut. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge zur DB/DC-Thematik.

Kapitel II, Teil 4:

Muß man ein Datenbanksystem auswählen?

Ein Data-Dictionary gehört zwar auch in die Datenbankumgebung, ist aber nicht so entscheidungsbeeinflussend, da es für alle marktgängigen DBMS eines oder mehrere Data-Dictionaries mit ausreichendem Leistungsangebot gibt.

Den Zusammenhang der Produkte, die alle von der DBMS-Auswahl abhängig sind beziehungsweise sie beeinflussen, verdeutlicht die Abbildung 4.

3. Den Einfluß der Anwendungssoftware beachten!

Der Engpaß an eigener Produktkapazität läßt die DV-Anwender verstärkt nach fertiger Anwendungssoftware vom Markt schauen. Hierin sehen sie eine Möglichkeit, schneller und kostengünstiger neue Anwendungen einzuführen beziehungsweise veraltete aufzulösen. Die eigene Entwicklungskapazität steht dann für nicht standardisierbare Aufgaben und Schnellschüsse bereit.

Dieses Konzept ist grundsätzlich vernünftig, wenn man einmal davon absieht, daß es für Standardlösungen gar nicht so viele Anwendungsgebiete gibt.

Inwieweit aber verbaut oder eröffnet man sich den Zugang zu fertigen Programmen durch die Implementierung einer Datenbank?

Zur Zeit ist der Anteil an Anwendungssoftware auf Datenbankbasis noch gering. So unterstützten beispielsweise von 25 marktgängigen Programmpaketen für IBM-Anlagen im kommerziellen Bereich (Buchhaltung, Einkauf, Personal, Materialwirtschaft, Anlagenrechnung):

VSAM 100%

DL/1 24%

Adabas 4%

IDMS 8%

Total 4%

DBOMP 8%

Dieser geringe Anteil bezieht sich nur auf das Angebot unabhängiger Softwarehäuser (Quelle: ISIS-Report 81). Aber auch für Siemens-Anwender ist das Angebot fertiger Programmpakete auf Basis von UDS oder SESAM noch spärlich. Nur die IBM bietet bereits einen großen Teil ihrer Anwendungssoftware auf DB-Basis an - allerdings nur für DL/1 beziehungsweise IMS!

Da wird sich mancher DV-Leiter fragen: "Müssen wir jetzt für alle Anwendungen DL/1 verwenden, bloß weil wir COPICS gerne einsetzen würden?" In diesem Fall erhält das Softwareangebot ein beachtliches Gewicht bei der Grundsatzentscheidung, der DB-Auswahl.

Die Bedeutung von Anwendungssoftware für eine DB-Entscheidung läßt sich folgendermaßen beschreiben:

- Ein Großteil der angebotenen Programmpakete unterstützen zur Zeit noch keine Datenbanken, sondern konventionelle Dateiorganisationen wie ISAM oder VSAM. Solche Programme werfen noch keine Probleme auf. Allerdings wird der Anteil an DB-gestützten Paketen stark zunehmen.

- Wirkliche Standardprogramme sollten anpassungsfähig konzipiert sein. Dies gilt auch für die Dialog- und die Datenschnittstelle. Marktgerecht entwickelte Software konzentriert deswegen die DB- und DC-Funktionen auf zentrale Moduln, die nur ausgetauscht werden müssen, oder verwendet eine TP- und DB-neutrale Programmschnittstelle.

- Die Hersteller werden ihre Anwendungssoftware gezielt nur für das eigene DBMS entwickeln. Damit wird sie zu einem starken Strick zur Festigung der Kunden-/Herstellerbindung. Aber hier helfen Umsetzer, die diese Programme mit anderen Datenbanken ablauffähig machen.

Fortsetzung folgt