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04.06.2004 - 

Dienstleister Cond lockt mit unabhängiger Wartung

DCW-Kunden wollen nicht zu SAP

MÜNCHEN (fn) - SAP will die ERP-Software des im letzten Jahr übernommenen Softwarehauses DCW nur noch etwa fünf Jahre pflegen und die Kunden dann auf die eigenen Produkte überführen. Vielen Anwendern passt der Softwarewechsel nicht. Sie suchen nach Lösungen, um ihre Anwendungen behalten zu können.

Nur noch bis Ende 2008 will SAP den Support der DCW-Produkte gewährleisten. Mit der im Juli erscheinenden Version DCW 3.5.0 endet die Standardentwicklung, so SAP-Manager Wolfgang Kemna im Interview mit der CW-Schwesterzeitschrift "Computer Partner". Nach dem Willen der SAP sollen die Kunden auf ein Produkt aus Walldorf migrieren, dabei helfen soll die Mittelstandstochter Steeb, die ebenfalls von Kemna geleitet wird.

Doch die DCW-Kunden sind inzwischen nicht mehr nur für SAP interessant. So versucht der Münchner ERP-Anbieter Soft M Kunden im In - und Ausland auf die eigene Lösung zu locken. Dazu hatte das Unternehmen einige Auslandsmitarbeiter von DCW Software abgeworben.

Für die DCW-Anwender ist seit der Übernahme durch SAP nichts mehr im Lot. "Es ist natürlich ärgerlich für die vielen zufriedenen DCW-Kunden, sich mit ERP-Alternativen beschäftigen zu müssen, wenn dies nicht von innen heraus motiviert und nicht mit konkreten Vorteilen begründet ist, sondern nur durch Marktentwicklungen von außen aufgezwungen wird", beschreibt Volker Schinkel, Berater und Vorstand der IT-Beratungsfirma Infosoft AG aus Hamburg die Situation.

Doch nicht alle Anwender wollen sich in ihr Schicksal ergeben. Wie Schinkel erfahren hat, überlegt eine dritte Gruppe, ob es zu SAP und Soft M keine Alternative gibt. Die könnte darin bestehen, dass die ERP-Software von einem Dritten gepflegt wird. Ein solches Angebot hat die Firma Cond GmbH aus Hamburg vorgelegt. Das Unternehmen agierte als DCW-Servicepartner und bietet Kunden nun an, die ERP-Software weiterzupflegen. Zur Cond-Mannschaft haben sich sechs externe Berater mit DCW-Kenntnissen hinzugesellt. Die Services umfassen beispielsweise gesetzliche Änderungen, die der Softwarekunde jeweils per Einzelauftrag anfordert, da es sich nicht um einen herkömmlichen Wartungsvertrag handelt. Juristisch ist das Vorgehen wasserdicht: "Wir haben dieses Konzept rechtlich prüfen lassen", so Cond-Geschäftsführer Kay Schlak. Er hofft, dass möglichst viele DCW-Anwender auf seine Offerte einschwenken. Voraussetzung ist, dass sie bis Ende September ihre DCW-Wartungsverträge kündigen und eine Vereinbarung mit Cond unterzeichnen. Die Kosten für das alternative Wartungsangebot sollen unter den bisherigen Maintenance-Gebühren von DCW Software liegen. Die Dienstleistungen umfassen gesetzliche Änderungen, Weiterentwicklung der Software sowie Hotline-Support. "Inhaltlich bieten wir den Umfang des heutigen DCW-Wartungsvertrags, rechtlich gesehen ist es jedoch nicht das Gleiche", erläutert Schlak.

Zwar umfasst die Cond-Offerte prinzipiell die Wartungsleistungen für DCW-Software, allerdings gilt dies nicht für sämtliche Module beziehungsweise Auslandsversionen. Nicht alle Komponenten des Herstellers wird die Firma pflegen können. "Einige DCW-Kunden können durch das Raster fallen", so Schlak. Das Zahl der potenziellen Kunden taxiert der Cond-Geschäftsführer auf 100. Insgesamt nutzen noch etwa 800 Firmen die ERP-Software.

Ein Teil der DCW-Anwender hat sich in einem Arbeitskreis der IBM User Group Common Deutschland e.V. organisiert. Auf der nächsten DCW-Arbeitskreissitzung wird die Firma Cond ihr Angebot den Kunden vorstellen. Auch Steeb und Soft M werden dort ihre Konzepte präsentieren.

"Endlich einmal ein kreativer Denkansatz", kommentiert Infosoft-Vorstand Schinkel die Cond-Pläne. "Wenn dies letztlich dazu führen sollte, dass sich SAP auf ihre DCW-Kunden zubewegt, wäre schon viel erreicht."