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Die Kosten der verteilten Datenverarbeitung belasten das Budget der Fachabteilungen:

DDP-Anwendungen als Investitionsreserve

02.07.1982

MÜNCHEN - Die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung macht auch vor dem DV-Budget nicht halt. Geringere Mittel bei gleichzeitig steigenden Anforderungen zwingen die Benutzer zu Kreativität bei der Bedarfsbestimmung. DV-Konzepte müssen überdacht und notfalls neu definiert werden. Horst Kraumer Vertriebschef bei der Frankfurter Harris GmbH beschreibt Lösungsmöglichkeiten beim Einsatz von Distributed-Data-Processing-Systemen.

Beim DDP-Einsatz kommt es entscheidend darauf an, daß der erste Schritt in diese Richtung problemlos vollzogen werden kann. Innovation ist hier mehr gefragt als Revolution.

Die Verlagerung von Verarbeitungskapazität zum Anwender unter Ausnutzung der installierten Systeme stellt eine Möglichkeit dar, das Hardwarebudget zu drosseln. Beim Durchforsten der installierten Hardware stellt sich sehr schnell heraus, daß Teilbereiche des DDP bereits vorhanden sind: 3270-Bildschirme, RJE/RBT-Terminals, Datenerfassungssysteme, "Insellösungen" mit autarken Systemen, Systeme für Textverarbeitung sowie Personal Computer.

Gelänge es, diese Komponenten zu integrieren, die sinnvon aktiviert DDP im vollen Umfang bereits erlauben, hätte man erhebliche zusätzliche Verarbeitungskapazität gewonnen.

Dies setzt jedoch insbesondere voraus, daß die vorhandene Hardware die Möglichkeit zur "Migration" bietet. Jedes Terminal muß Teil eines in sich geschlossenen Gesamtkonzepts sein. So sollte der Benutzer darauf achten, daß sein 3270-kompatibler Bildschirm über den erforderlichen IBM Standard hinaus die zusätzlichen Aufgaben Integrated Personal Computing sowie Zugriff auf Subsysteme und deren Daten bewältigen kann.

Der Bildschirm kann somit als intelligentes Multifunktionsterminal (MFT) mit eigenem Mikroprozessor eingesetzt werden. Die Verwendung von CP/M-Software in einem 3270-System bietet zusätzlich enorme Möglichkeiten: Hunderte verschiedener Programmpakete sowie Sprachkompiler für interaktives Cobol, Basic, Fortran oder APL stehen zur Verfügung und erlauben es, den Anwendern schneller Lösungen anzubieten. Auf diese Weise kann jedem Benutzer die für ihn nötige "Unabhängigkeit" gegeben werden. Da die Verarbeitung im Terminal erfolgt, reduziert sich folglich auch die Belastung des Gesamtsystems.

Trotzdem kann der Einsatz von Personal Computer nach wie vor von der Zentrale kontrolliert werden, da der Einsatz von CP/M nur eine Funktion des Terminals darstellt. Dies ist bisher nicht möglich gewesen.

Ein weiterer Vorteil der zentralen Kontrolle ist die gemeinsame Pflege der eingesetzten Programme. Diese gewährleistet, daß alle Anwender einheitlich das jeweils neueste Release verwenden können. Der Einsatz solcher Terminals bietet eine erhebliche Investitionsreserve, da die Kosten meist nicht höher als die eines IBM 3278-Bildschirms sind.

Auch eine Verlagerung der Kosten zum Anwender hin ist für den EDV-Leiter einfacher, da die DDP-Anwendungen in der Regel das Budget der Fachabteilung belasten.

Kontrolle bleibt beim DV-Chef

Das Zusammenfassen von RJE-Terminals und Datenerfassungssystemen bietet weitere Möglichkeiten der Einsparung.

Schnelle Kommunikationsrechner erlauben es heute neben mehreren Batchleitungen Plattenlaufwerke sowie Terminals zur Textverarbeitung und Datenerfassung parallel zu unterstützen. Auch diese Bildschirme sollten als intelligente Multifunktionsterminals konzipiert sein, da sie alle Funktionen wie "3270 path through", interaktive Verarbeitung von CP/M-Programmen, RJE uns Datenerfassung bieten. Der entscheidende Vorteil eines solchen DDP-Konzepts liegt in der einfachen Implementierung. Da nach wie vor die Kontrolle und Steuerung der einzelnen Komponenten durch die DV-Abteilung erfolgt, kann auch der Auf- und Ausbau von Netzwerken schneller und einfacher realisiert werden, zumal sich die Terminals wie das jeweilige Mainframe-Äquivalent verhalten. Detartige Konzepte kosten in der Regel nicht mehr als viele Einzellösungen.