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08.02.1985 - 

Falscher Ansatz fördert Dezentralisierungschaos:

DDP Erfolg ohne Funktionsanalyse fraglich

Die Idee verteilter Systeme und "Daten" ist seit einem Jahrzehnt aktuell. Dennoch besteht Unsicherheit darüber, wie erfolgreich zu dezentralisieren ist. Die zugrunde liegende Technologie ist inzwischen soweit ausgereift, daß sie als stabil und risikofrei angesehen werden kann. Die auftretenden Probleme stellen sich vielmehr auf der nichtmechanischen Seite der Verteilungsgleichung.

Parallel zu den Mikrocomputern, den Nachrichtennetzen und der Software entwickeln sich auch die Konzepte verteilungsorientiert. Ein Beispiel ist das sogenannte Arbeitsgruppencomputing mit relativ kleinen Einheiten von Benutzern (etwa sechs); dies erfordert eine den Arbeitsgruppen übergeordnete Hierarchie an Verbundsystemen und -einrichtungen.

Der Informationsmanager muß den Trend zu einer weitergehenden und vielschichtigeren Verteilung erkennen und unterstützen. Andernfalls nehmen die Benutzer erfahrungsgemäß die Angelegenheit selbst in die Hand. Die Ergebnisse sind dann nicht unbedingt methodisch.

Motivation und Kontrolle verhindern das Chaos

Gefunden werden muß der ideale Mittelweg aus Ermutigung und Kontrolle; dann können das Chaos auf ein Minimum reduziert und die Datenintegrität gefördert werden. Die Mitarbeiter der zentralen DV werden dann als Verbündete und nicht als Gegner angesehen.

Als Schlüssel zu jeder erfolgreichen Verteilung müssen die Modularität der Daten und Funktionen sein. Klar abgegrenzte "Module" beider Größen müssen nachweislich auf einen bestimmten Unternehmenszweig, eine bestimmte Abteilung, Zweigstelle oder sonstige Geschäftseinheit anwendbar sein. Ansonsten besteht für die Verteilung kaum eine Grundlage.

Die "falsche Verteilung" von Systemen ist weitverbreitet. Allgemein bedeutet sie, daß ein zentrales System nicht aus einer grundlegenden Notwendigkeit heraus, sondern nur deshalb dezentralisiert wird, weil es technisch möglich ist.

Um feststellen zu können, ob Verteilungsbedürfnisse begründet sind, muß jeder eingehenden Datenanalyse eine logische Funktionsanalyse der Organisation vorangehen.

Diese Funktionsanalyse muß auf den Notwendigkeiten der Organisation und nicht auf deren aktuellen Gegebenheiten basieren. Ein auf logischen Grundlagen beruhendes Modell ist nämlich organisatorischen Änderungen gegenüber weitaus elastischer als eines, das auf den vorhandenen charakteristischen Eigenarten aufbaut.

Zweckmäßigerweise ist mit einer höheren Funktionsanalyse zu beginnen. Dies muß nicht unbedingt eine detaillierte oder zeitraubende Aufgabe sein. Erforderlich ist eine uneingeschränkte Unterstützung und Beteiligung des Managements. Die grundlegenden unternehmenspolitischen und -philosophischen Aspekte haben entscheidenden Einfluß auf die Frage "Welche Funktion wo?"

Nach Einrichtung der Funktionsbausteine können dann den Funktionen Datenmodule beigeordnet werden. Auf eine Standardisierung aller allgemeinen Daten ist zu achten, da ansonsten eine vernünftige unternehmensweite Berichterstellung unmöglich wird. Abschließend können dann über der verteilten Datenbank detaillierte Funktionen, das heißt Programme und Systeme aufgebaut werden. Idealerweise wird dafür auf fortgeschrittenen Software-Tools (der vierten Generation) zurückgegriffen.

Gut kontrolliert, verteilte Daten werden als Kontrolle über die sie benutzenden "Aufgaben" dienen. Zusammen mit einem guten Datenverzeichnis wird dies dazu beitragen, die starke Aufgabenvermehrung zu verhindern, die bei einer fortgeschrittenen Verteilung die Kontrolle erschweren kann.

Ein weiterer Vorteil des obengenannten Verfahrens liegt darin, daß das festgelegte Bausteinesystem auch dann nützlich ist, wenn die Module nicht sofort verteilt werden können. Sogenannte "zentrale Bausteine", die sich sowohl auf Produktionssysteme als auch auf das Informationszentrum beziehen, können bezeichnet und getrennt werden. Hierdurch wird nicht nur das Zentralsystem elastischer und kontrollierbarer, sondern auch die Verteilung der jeweiligen Module zum geeigneten Zeitpunkt erleichtert.

Dieser Beitrag wurde entnommen aus "lnformation Management Directions" der European Software Company, 250 Avenue Louise, B 113, B-1050 Brüssel.