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21.05.1993 - 

6,8 Millionen Dollar gingen an die italienische Post

De Benedetti: Bestechungsgelder fuer oeffentliche Auftraege bezahlt

Dieses Statement gab der Olivetti-Boss anlaesslich einer Befragung durch Staatsanwalt Antonio Di Pietro ab, der in den vergangenen Monaten durch seine als "Mani Pulite" (saubere Haende) bekanntgewordene Untersuchung den groessten Korruptionsskandal der italienischen Nachkriegsgeschichte aufdeckte.

De Benedetti erklaerte, er uebernehme die volle Verantwortung fuer die illegalen Zahlungen: "Ich habe nur dann dem Druck nachgegeben, wenn ich es fuer das Ueberleben des Unternehmens als unabdingbar betrachtete", zitiert das "Wall Street Journal Europe" den Olivetti-Chef.

Lange Zeit hatte "Tiger Carlo" bestritten, dass sein Unternehmen in die Korruptionsskandale und illegalen Spenden an politische Parteien verwickelt sei, die zur Zeit Italien erschuettern und eine ganze Generation von Politikern und Industriellen ins Zwielicht gerueckt haben.

Allerdings wurde der Rechnerhersteller von Giuseppe Lo Moro, einem inzwischen verhafteten Geschaeftsmann und Geldeintreiber von "Spenden", schwer belastet, berichtet das "Wall Street Journal Europe".

De Benedetti liess am vergangenen Sonntag kein gutes Haar an den italienischen Parteien, die das Land in den vergangenen Jahrzehnten regierten: "Ich kam wiederholt in Konflikt mit den Methoden eines politischen Regimes, das vor allem in den letzen zehn bis 15 Jahren seine Macht als Instrument fuer dunkle Machenschaften ausnutzte und das oekonomische System erpresste."

Einer dieser "Konflikte" brachte Tiger Carlo im vergangenen Jahr eine Verurteilung zu sechs Jahren Gefaengnis ein. Er war in den Strudel geraten, den der Zusammenbruch der Vatikanbank und Mafia- Geldwaschanlage Banco Ambrosiano erzeugt hatte. De Benedetti, der Berufung gegen das Urteil einlegte und sich auf freiem Fuss befindet, wird vorgeworfen, dass er bereits vor zehn Jahren waehrend seiner kurzen Amtszeit als Vizepraesident des Bankhauses von den illegalen Geschaeften gewusst habe. (Siehe Seite 63)