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Debevoise gibt grünes Licht für Cromme-Wahl bei Siemens - Brief

09.01.2008
Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die mit der Aufklärung der Siemens-Korruptionsaffäre beauftragte US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton sieht keine Compliance-Hürden für die Wiederwahl der Kapitalseiten-Vertreter Gerhard Cromme und Josef Ackermann in den Aufsichtsrat des Münchener DAX-Konzerns. Das geht aus einem Brief hervor, den Debevoise an den derzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden Cromme geschrieben hat und in den Dow Jones Newswires Einsicht hatte. Cromme hatte den Angaben zufolge eine Überprüfung der zur Wahl stehenden künftigen Aufsichtsratsmitglieder der Kapitalseite und der neuen Vorstandsmitglieder bei Debevoise in Auftrag gegeben, das sind Wolfgang Dehen (Energy), Erich Reinhardt (Healthcare) und Siegfried Russwurm (Arbeitsdirektor) . Ein Siemens-Sprecher bestätigte die Existenz des Dokuments, wollte weitere Details jedoch nicht kommentieren.

Sowohl bei den drei neuen Vorständen als auch bei den zur Wiederwahl anstehenden Aufsichtsratsmitgliedern Cromme, Ackermann und Iain Vallance hätten die Untersuchungen ergeben, dass diese die Korruption weder unterstützt noch daran partizipiert oder nachlässig oder unangemessen gehandelt haben, heißt es in dem Debevoise-Brief an Cromme.

Auch seien keine Verfehlungen in der Ausübung der Fürsorgepflichten der genannten Personen als Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands festgestellt worden. Bei den sieben neuen und zur Wahl stehenden Kandidaten der Kapitalseite für den Aufsichtsrat habe es zwar keine Überprüfung der Geschäftsaktivitäten gegeben, doch gebe es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Verstrickung der Kandidaten in die Aktivitäten, die Debevoise derzeit untersucht.

Zuvor hatten mehrere Aktionäre Gegenanträge für die Siemens-Hauptversammlung am 24. Januar gestellt, die auf eine Nicht-Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat abzielen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fordert eine Vertagung der Entlastung - mit Ausnahme des seit Sommer amtierenden Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher - und verweist zur Begründung darauf, dass die bislang vorliegenden Ergebnisse der Debevoise-Untersuchungen "lediglich vorläufiger Art" sind.

Sie stellten daher keine verlässliche Basis für eine in Kenntnis aller Fakten und Umstände zu treffende Entlastungsentscheidung dar, so die DSW. Vor diesem Hintergrund bestehe lediglich die Möglichkeit, die Entlastung insgesamt bis zum Vorliegen endgültiger und belastbarer Ergebnisse der Untersuchung zu vertagen.

Debevoise gab in dem Brief an Cromme aber keine Empfehlung für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Dieses sei die Entscheidung der Aktionäre.

Mit der Hauptversammlung stehen im Siemens-Aufsichtsrat umfassende personelle Veränderungen an. Zurückziehen werden sich laut Hauptversammlungs-Einladung ältere Aufsichtsratsmitglieder wie Allianz-Aufsichtsratsvorsitzender Henning Schulte-Noelle, Ex-HypoVereinsbank-Chef Albrecht Schmidt oder der Wissenschaftler Walter Kröll. Auch der New Yorker Immobilienunternehmer Jerry Speyer und der ehemalige Pharmamanager John David Coombe geben ihr Mandat auf.

Neu zur Wahl stellen sich der Allianz-Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann, der MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelson, der frühere E.ON-Finanzvorstand Hans Michael Gaul sowie die Vorsitzende der Geschäftsführung des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller. Hinzu kommen der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, und als Vertreter der Siemens-Familie Gerd von Brandenstein. Von ausländischen Unternehmen kommen die Kandidaten Jean-Louis Beffa, Chairman des französischen Mischkonzerns Saint Gobain, und Ian Vallance, Chairman bei der Amsphere Inc.

Webseite: http://www.siemens.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/roa/jhe

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