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23.05.1997 - 

US-Gesetzgebung bereitet Schwierigkeiten

Debis AG zögert Entscheidung über Cap-Gemini-Mehrheit weiter hinaus

Damit erteilte Mangold den Hoffnungen der Geschäftsführung der Debis-Tochter Debis Systemhaus GmbH, Leinfelden-Echterdingen, die eine rasche Aufstockung erwartet, einen tüchtigen Dämpfer. Die Manager hatten im Rahmen ihrer Bilanzpressekonferenz Ende April voller Optimismus in Aussicht gestellt, daß die Anhebung des derzeit knapp 25-Prozent-Anteils der Debis AG an Cap Gemini innerhalb der kommenden zwei Monate unter Dach und Fach sein würde. Allerdings hatte Debis-Systemhaus-Geschäftsführer Karl-Heinz Achinger hinzugefügt: "Es ist alles eine Frage des Geldes" (siehe CW Nr. 19 vom 29. Mai 1997, Seite 29).

Nach den jüngsten Äußerungen von Debis-Chef Mangold aber will sich Daimler-Benz anscheinend nun doch mehr Zeit für die Entscheidung nehmen. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge erklärte Mangold, die Entscheidung werde in diesem Jahr fallen. Angesichts der internationalen Wachstumspläne im IT-Sektor, die über Debis Systemhaus anpeilt sind, müsse geklärt werden, welche Rolle Cap Gemini dabei spielen soll. Die IT-Servicetochter, an der Debis 80,4 Prozent und Cap Gemini 19,6 Prozent halten, will bis zum Jahr 2001 ein Drittel ihres Gesamtumsatzes im Ausland machen.

Außerdem, so Mangold weiter, behindere nach wie vor der "Bank Holding Company Act" einen Mehrheitserwerb. Dieses Gesetz untersagt Debis derzeit eine Beteiligung von 25 Prozent und mehr an den auch im US-Markt tätigen Franzosen, da mit der Deutschen Bank als Mehrheitsaktionärin der Muttergesellschaft Daimler-Benz ein Geldinstitut als potentieller Anteilseigner mit von der Partie ist. Zwar soll dieses Gesetz nun gelockert werden, Mangold wollte aber keine Garantie dafür abgeben, daß diese Entwicklung - käme sie zustande - tatsächlich den Weg für eine Anteilsaufstockung an Cap Gemini frei mache.

Zurückgewiesen hat Mangold dagegen Mutmaßungen, der derzeit sehr hohe Kurs der Cap-Gemini-Aktie lasse Daimler-Benz und Debis zögern, ihr 1991 begonnenes finanzielles Engagement bei den Franzosen auszubauen. Seit Anfang 1996 hat sich der Kurswert nahezu verdreifacht - am Mittwoch vergangener Woche stand die Cap-Gemini-Aktie bei 337 Franc, was umgerechnet etwa 100 Mark sind. Dies, so schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", entspricht einer Börsenkapitalisierung von rund sechs Milliarden Mark.

Ungeachtet der Hängepartie rund um die Mehrheitsfrage bei Cap Gemini unterstrich Mangold noch einmal die schon im Februar für dieses Jahr ausgegebenen Wachstumspläne. Danach will man beim Umsatz um rund eine Milliarde Mark zulegen - 1996 hatte die Debis AG 13,143 Milliarden eingenommen -, die Belegschaft soll um etwa 1000 Mitarbeiter aufgestockt werden. 1996 waren auf der Debis-Gehaltsliste 11500 Beschäftigte zu finden gewesen.

Große Erwartungen setzt der Debis-Chef vor allem in die Sparte Telekommunikation, neben den Finanzdienstleistungen und der Informationstechnik das dritte Standbein der 100prozentigen Daimler-Benz-Tochter.

Starkes Wachstum bei Debitel erwartet

Schon 1996 hatte der Bereich Telekommunikations- und Mediendienste einen Umsatzsprung von 73 Prozent auf 1,6 Milliarden Mark erzielt, was weitgehend auf die Aktivitäten der Mobilfunktochter Debitel zurückzuführen war.

Für 1997 erwartet Mangold laut dem Informationsdienst "vwd" einen Anstieg um rund 60 Prozent auf 2,7 Milliarden Mark. Darüber hinaus stellte er in Aussicht, daß Debitel noch in diesem Jahr auch ins Festnetz-Geschäft einsteigen werde, wobei man wie im Mobilfunkgeschäft als Dienste-Anbieter fungieren wolle. Investitionen in physikalische Netze seien nicht geplant. Zudem werde sich Debitel auch in puncto Internet-Telefonie engagieren.