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Neue Geschäftsführung für T-Systems ernannt


01.12.2000 - 

Debis-Mitarbeiter kehren der Telekom den Rücken

MÜNCHEN (CW) - Die Deutsche Telekom AG hat nun eine Tochter für das Systemlösungsgeschäft. Im Geschäftsbereich T-Systems bündelt der Bonner Carrier die für diesen Bereich bisher zuständigen eigenen Konzerntöchter mit der mehrheitlichen Beteiligung am Debis Systemhaus. Bisher lief offenbar nicht alles nach Plan, denn mehrere tausend Mitarbeiter sollen der Telekom den Rücken gekehrt haben.

Karl Heinz Achinger geht. Karl Heinz Achinger kommt. Karl Heinz Achinger geht - nun endgültig? Kaum etwas verdeutlicht die konfuse Situation bei der Integration des Debis Systemhauses in die Servicesäule der Deutschen Telekom sinnfälliger als das Hin und Her um Achinger. Noch vor der Übernahme durch die Deutsche Telekom war er Vorsitzender der Geschäftsführung des Dienstleisters aus Leinfelden-Echterdingen. Im Februar dieses Jahres folgte ihm Konrad Reiss, bevor dieser im Oktober wiederum von Achinger abgelöst wurde. Dessen Gastspiel, nun als T-Systems-Chef, war allerdings auch nur von kurzer Dauer. Nach knapp zwei Monaten muss er den Platz für Christian Hufnagl räumen.

Mit Hufnagl, zuletzt Vertriebsleiter im Bereich Geschäftskunden bei der Telekom, wurde auch die komplette Geschäftsführung von T-Systems bestellt. Rudolf Gröger für den Vertrieb, Jürgen Galla für das Controlling und die Planung, Regine Büttner für das Personal sowie Jürgen Kratz für die IT stammen allesamt aus dem Telekom-Umfeld, die Debis-Führungsetage ist im T-Systems-Topmanagement nicht vertreten. Fraglich ist auch die Position von Alexander Röder, bislang Vorsitzender der Geschäftsführung von DeTeCSM. Bislang lautet die Sprachregelung, Röder leite weiterhin die DeTeCSM und werde bei T-Systems eine führende Position einnehmen.

Mit der Installation der Geschäftsführer glaubt die Telekom, die Weichen für die Zukunft gestellt zu haben. "Der Aufbau des neuen Unternehmens läuft auf Hochtouren", meldete etwa die Pressestelle, doch derzeit dürften sich die Verantwortlichen zunächst einmal mit enormen Integrationsproblemen beschäftigen. Viele der Debis-Mitarbeiter, vor allem aber das Topmanagement, sollen mit der Umstrukturierung unzufrieden sein. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" haben in den vergangenen acht Monaten mehrere tausend Beschäftigte - darunter fünf Topmanager - das Debis Systemhaus verlassen. Insgesamt soll die neu formierte Telekom-Geschäftssparte 4500 Mitarbeiter verloren haben.

Doch damit nicht genug. Erstmals seit 1994 drohen dem Dienstleister wieder rote Zahlen. Laut "Focus" blieben bis auf zwei Geschäftsfelder alle Unternehmensbereiche hinter den Planvorgaben zurück. Zudem scheiterte eine mehr als zwei Jahre vorbereitete unterschriftsreife Partnerschaft mit MG-Technologies (früher Metallgesellschaft) im Wert von 1,5 Milliarden Mark am Widerstand eines Debis-Systemhaus-Geschäftsführers.