Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

07.05.1999 - 

Gemeinschaftsunternehmen mit dem DLR gegründet

Debis riskiert neues Joint-venture mit einem "öffentlichen" Partner

MÜNCHEN (qua) - Trotz des gescheiterten Joint-ventures mit dem Saarland (siehe CW 52/98, Seite 1) ist das Debis Systemhaus, Stuttgart, erneut eine Outsourcing-Partnerschaft mit einem Staatsbetrieb eingegangen. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Bonn, firmiert als Debis Systemhaus Solutions for Research GmbH, Oberpfaffenhofen.

Als erstes IT-Outsourcing im Wissenschaftsbereich bezeichnen die beiden Partner ihr gemeinsames Service-Unternehmen. Darüber hinaus empfehlen sie es als "Modell" für andere öffentlich-private Partnerschaften. Die ersten Kunden der Solutions for Research sind das DLR selbst und der Forschungsbereich der Daimler-Chrysler AG. Spezieller Sicherheitsauflagen, wie sie zum Bruch mit dem Saarland geführt hatten, bedarf es diesmal nicht, versichert Debis-Sprecher Michael Gemeinhardt; das DLR erfülle keine "hoheitlichen Aufgaben".

Das neue Joint-venture will seiner Klientel mit Aufbau, Betrieb und Betreuung von Rechnern, Kommunikationsstrukturen und Anwendungssystemen sowie mit Beratung zur Seite stehen. Das Stammkapital in Höhe von zehn Millionen Mark kommt zu knapp zwei Dritteln von Debis, das fachspezifische Know-how liefern in der Hauptsache die 120 Informatikspezialisten des DLR.

Das Forschungszentrum hofft, mit Hilfe der Partnerschaft das Wachstum seines IT-Budgets einzudämmen oder zumindest in kontrollierte Bahnen zu lenken. Es beschäftigt an acht Standorten mehr als 4500 Mitarbeiter und verfügt über einen Etat von rund 700 Millionen Mark im Jahr. Für IT-Dienstleistungen gab es 1998 rund 90 Millionen Mark aus - 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Nachfrageorientiert statt budgetgetrieben

40 Millionen aus diesem Topf wird in den kommenden drei Jahren jeweils der neue IT-Dienstleister erhalten - mit der Vorgabe, einen möglichst großen Teil der anfallenden IT-Aufgaben zu erledigen und somit den großen Rest des IT-Budgets zu verkleinern. Das konkrete Ziel lautet: Einsparung von zehn Millionen Mark ohne Qualitätsverlust.

Als Mittel zum Zweck bezeichnet Heinz Gesche, IT-Leiter des DLR, nicht allein die "Skaleneffekte", sondern auch die größere Flexibilität der privaten Wirtschaft gegenüber dem öffentlichen Bereich sowie den Wechsel von budgetgetriebenen zu nachfragebestimmten IT-Services. Künftig fließt das Budget nicht mehr an die Hauptabteilung Information, Kommunikation und Telekommunikation (IKT), sondern an die Institute, die es eigenverantwortlich verwenden sollen.

Wie Gesche erläutert, hat sich in den vergangenen Jahren die ursprünglich zentral organisierte Informationstechnik immer weiter in die mehr als 30 Organisationseinheiten hineinverzweigt - ein Hauptgrund dafür, daß das IT-Budget ständig wuchs. Künftig sollen sich die DLR-Forscher wieder mehr mit der Wissenschaft und weniger mit der IT beschäftigen.

Die Bindung an den jungen Service-Anbieter ist nur für die ersten drei Jahre festgeschrieben. Dennoch betrachtet das frischgebackene Unternehmen seine Wachstumschancen äußerst optimistisch. Spätestens in acht Jahren will es mit 350 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz von 200 Millionen Mark erzielen. Zu diesem Zeitpunkt wird das DLR, so die Planung der beiden Partner, seine Minderheitsbeteiligung aufgeben. "Dann hat das Joint-venture uns nicht mehr nötig", erläutert Gesche.