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29.03.1991 - 

Ostdeutsches SW-Haus nach westlichem Vorbild

Debis und CDI nehmen sich der Ost-DV-Spezialisten an

BERLIN (CW) - Die "Systemhaus Industrie GmbH" (SHI), betreibt seit dem 1. Juli 1990 in Ostberlin ein DV-Serviceunternehmen nach westlichem Muster - die "Systemhaus für Informationsverarbeitung GmbH" (Sfi). Projektleitung und -durchführung liegen fast ausschließlich in Händen von Mitarbeitern eines ehemaligen DDR-Softwarehauses. Mit Hilfe des Control Data Instituts (CDI) haben sich die ostdeutschen DV-Spezialisten auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet.

Dabei handelt es sich zum Teil um promovierte Informatiker, Mathematiker und Ingenieure. Diplomkaufmann Eberhard Heinecke, Geschäftsführer der SHI, bezeichnet die rund 170 eingestellten Frauen und Männer als hochqualifizierte DV-Spezialisten. Nach ihrer Gründung am 1. Juli 1990 hatte die Sfi Mitarbeiter von dem mittlerweile nicht mehr existierenden Ost-Berliner "Leitzentrum für Anwendungsentwicklung" (LfA) übernommen.

Zugeschnitten auf ihre späteren Einsatzbereiche qualifizierten sich die ehemaligen LfA-Mitarbeiter in Kursen mit jeweils 20 Teilnehmern schwerpunktmäßig für Systemprogrammierung, Anwendungsprogrammierung oder Vertrieb. Ziel der Maßnahme war die Vermittlung von Zusatz- und Spezialwissen sowie die Angleichung vorhandener Kenntnisse an westliche DV-Standards.

Obligatorisch durchliefen deshalb auch alle Teilnehmer eine Basisausbildung, die unter anderem MVS-Kurse, Datenbank- und Kommunikationsseminare (IMS, CICS, DB2) sowie Kurse zur Programmiersprache ANS-Cobol und dem Editor ISPF beinhalteten.

Schulungspartner der Sfi war das DV-Bildungsunternehmen Control Data Institut (CDI), das den Unterricht organisierte und in seinem Berliner Institut abwickelte. Debis ermöglichte darüber hinaus in ausgewählten Rechenzentren ein Training-on-the-Job.

"Ob die Schulung erfolgreich war", räumt Eberhard Heinecke ein, "erweist sich erst, wenn das Personal mit seiner Aufgabe konfrontiert wird." Aber der SHI-Manager zeigte sich zuversichtlich. Die Reaktionen auf die CDI-Schulung wertet er jedenfalls als "sehr positiv", gerade weil die Teilnehmer ihren Dozenten selbstbewußt und durchaus kritisch begegnen. Organisatorische Probleme innerhalb der deutsch-deutschen Kooperation habe man bislang "gemeinsam und schnell gelöst", versichert Heinecke.

In den Geschäftsbereichen bieten sich den Computerfachleuten nach der Schulungsphase vielfältige Einsatzmöglichkeiten, etwa auf dem Gebiet "Systeme und Projekte". Hier sind DV-Lösungen für die Produktplanung und -steuerung (PPS), für die Qualitätssicherung (Quiss), für computergestütztes Programmieren (CASE) und Konstruieren (CAD, CAE) geplant.

Ein weiterer Geschäftsbereich zeichnet verantwortlich für Komplettlösungen. Darunter verstehen die Initiatoren der sfi die Vermarktung von Hewlett-Packard-Hardware in Kombination mit der entsprechenden Anwendungssoftware auf Unix-Basis. Zu den weiteren Aktivitäten gehören noch Rechenzentrums-Dienstleistungen und Schulungsaktivitäten.