Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.11.1985 - 

Zunahme der VAX-Verkäufe - PDP-Minis fielen in der Gunst um die Hälfte

DEC Deutschland legte beim Umsatz kräftig zu

15.11.1985

MÜNCHEN (ru/cmd) - Mit einem Wachstum, das über dem Branchendurchschnitt liegt, schloß die Digital Equipment GmbH das Geschäftsjahr 1984/85 ab. Die deutsche Tochter des weltweit zweitgrößten Computerherstellers legte beim Umsatz um 48 (33) Prozent auf über 900 Millionen Mark zu.

"Digital Equipment auf Höhenflug" interpretiert die Münchener Dependance des Branchenzweiten den Erfolg des Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahres. 1985/86 will das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen. Das Ziel unterstreicht ein Plus beim Auftragseingang von 25 (30) Prozent im ersten Quartal auf 206 Millionen Mark.

Mit der Bilanz für das abgelaufene Fiskaljahr hat DEC Deutschland an die überaus positive Entwicklung von 1983/84 angeknüpft: Der Umsatz stieg von 616 auf 913 Millionen Mark. Bezieht man das Geschäftsvolumen des Werkes in Kaufbeuren mit (...)3 (176) Millionen Mark ein, ergibt sich ein konsolidierter Umsatz von knapp 1,27 Milliarden Mark. Damit hat sich die DEC-Tochter zum viertgrößten DV-Unternehmen in der Bundesrepublik entwickelt und von 1981 bis 1985 den Umsatz verdreifacht.

Gewinnanstieg geringer

Der Jahresüberschuß von Digital kletterte um 61 Prozent auf 7,5 (4,7) Millionen Mark. Das Betriebsergebnis sank leicht auf 19,3 (21,1) Millionen Mark und macht damit 2,1 (3,4) Prozent des Umsatzes aus. Der gegenüber dem Vorjahr geringere Gewinnanstieg (61 gegenüber 161 Prozent) ist Ausdruck höherer Kosten, bedingt durch das überdurchschnittliche Wachstum. So lagen die Ausgaben für Löhne und Gehälter mit 155 Millionen Mark um 39 Millionen Mark höher als 1983/84. Die sonstigen Aufwendungen nahmen um 42 Millionen auf 111 Millionen Mark zu.

Darüber hinaus habe DEC auch die Probleme des hohen Dollarkurses kompensieren müssen, erklärte der neue Finanzfachmann des Unternehmens, Hans-Joachim Nowak. Die Währungsschwankungen, so der ehemalige NCR-Manager, schlagen voll bei den Töchtern durch. Gegen das Kursrisiko habe sich nur die Muttergesellschaft in Maynard bei Boston abgesichert. Durch den Höhenflug der amerikanischen Währung stiegen die Aufwendungen für bezogene Waren der Gesellschaft in München um 56 Prozent auf 607 (390) Millionen Mark.

Mit Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs beschäftigte DEC Deutschland einschließlich Kaufbeuren 2456 Mitarbeiter in Deutschland, 570 mehr als ein Jahr zuvor. Die DEC Corp. hatte Ende Juni dieses Jahres insgesamt 3500 Mitarbeiter mehr auf seinen Gehaltslisten, davon entfielen auf Europa allein 2700.

Etwa ein Drittel des Konzernumsatzes oder 1,945 Milliarden Mark wurden im zurückliegenden Geschäftsjahr in Europa gemacht. Zwei Drittel des Umsatzes der deutschen DEC-Tochter entfielen auf Hardware-Verkäufe. Der Rest verteilt sich auf Software und Dienstleistungen.

Eine deutliche Verschiebung ist allerdings bei den Hardware-Verkäufen zu beobachten. Der Anteil der Computer der VAX-Familie am Gesamtumsatz stieg von 40 auf 45 Prozent. Der Umsatzanteil kleiner Minicomputer der PDP-11-Serie ging von 30 auf 15 zurück. Terminals, Sonderentwicklungen und das Distributoren-Geschäft schlagen mit 15 Prozent zu Buche und der Zubehörbereich mit 25 Prozent.

Als zukünftige Wachstumsmärkte hat DEC, wie der Sprecher der Geschäftsführung, Willi Kister, betonte, für sich die Bereiche "Kommunikation" und "CIM" ausgemacht. Kommunikation bedeute dabei vor allem das Engagement für standardisierte offene Netze nach dem OSI-Standard, aber auch die Vernetzung über das lokale Netz Ethernet. Kein Thema ist dagegen für DEC eine eigene digitale Nebenstellenanlage, zur nächsten Hannover-Messe 1986 werde es jedoch immerhin entsprechende Interfaces für diese Art PBX-Systeme geben.

Dagegen mag die Nummer zwei auf dem DV-Weltmarkt, wie viele andere Anbieter auch, nicht an der "Computerintegrierten Fertigung", kurz CIM, vorbeigehen. Bei DEC - so hob Kister besonders hervor - steht CIM vor allem für "Vernetzung von Inseln", wobei dieses "Leading-Edge-Konzept" nicht nur auf die Fabrik, sondern auch auf das Büro der Zukunft abzielt.

Innerhalb der weltweiten DEC-Organisation hat im übrigen die deutsche Tochtergesellschaft die Federführung beim Thema CIM übertragen bekommen. Der Grund ist nach Angaben von Kister einfach: Die deutsche Industrie sei hier führend in der Welt.