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20.01.1989

DEC-Fenster zum PC-Hof

Digital demonstriert mit den jüngsten Produktvorstellungen (Seite 1) Beharrlichkeit und Flexibilität zugleich: Daß Ken Olsen den PC zur Kenntnis nimmt und in die DEC-Welt integriert, heißt nicht, daß er die PC-Idee des individuellen Computerns gutheißt. Mit dem Rainbow, den Professionals und der VAXmate hat DEC einschlägige Erfahrungen gemacht - nicht eben die besten (siehe auch "Aus dem CW-Archiv"). Daraus resultiert ein enormer Erfolgsdruck, denn wenn der Schuß erneut nach hinten losgeht, dürfte das ein irreparabler Imageschaden für das Unternehmen sein.

Allerdings scheint der Branchenzweite aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Eine so weitgehende Integration des PCs in die von Mainframes (/370) und Minis (VAX!) geprägte DV-Landschaft wird bisher von keinem anderen IBM-Konkurrenten geboten. Die Weichen könnten diesmal auf Erfolg gestellt sein, vorausgesetzt der Mini-Marktführer kommt mit seiner DECwindows-Version für PCs bald zu Potte. Wenn die PCs ein halbes Jahr oder länger vor der Software da sind, verliert der genasführte Anwender mit Sicherheit schnell wieder das Interesse.

Eine für den schwerfälligen Tanker DEC erstaunliche Beweglichkeit stellt das Unternehmen hingegen mit der Einführung einer RISC-Workstation unter Beweis. Diese Rechnerfamilie spricht eine Klientel an, die DEC zuletzt etwas aus den Augen verloren hatte: intelligente, unabhängige Anwender, die über genügend Know-how verfügen, unterschiedliche Rechner in offene Umgebungen einzubinden - und nur das Beste zu nehmen, das verfügbar ist.

Die DECstation 3100 zielt mit dem Betriebssystem Ultrix und der Ausstattung mit Standardsoftware (NFS, TCF/IP) und Standardhardware (CPU von der OEM-Stange) eindeutig auf diese Power-User. Deren Einfluß darf nicht unterschätzt werden - sie sind die Trendsetter der Branche.

Das Haar in der Suppe ist die Anwendersoftware. Die neuen DECstations sind mit vorhandenen Workstations nicht kompatibel, nicht einmal mit RISC-Rechnern, die den gleichen MIPS-Chipset verwenden. Zwar präsentierte DEC bei der Ankündigung eine stattliche Liste von Unternehmen, die ihre Software auf den Neuling portieren wollen, eine breite Akzeptanz, die bei DEC die Kassen füllen würde, ist damit jedoch noch nicht gegeben. Die Softwareleute von Digital werden sich noch mächtig ins Zeug legen müssen.