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Zwei neue Rechnerfamillen, neue Lizenzpolitik:


06.05.1988 - 

DEC findet Gefallen an Multiprozessoren

MÜNCHEN (ch) - Digital Equipment hat Ihre in den USA bereits vorgestellten Mehrprozessor-Familien VAX 8800 und 6200, zusammen mit der neuen Betriebssystem-Version VMS 5.0 jetzt auch in Deutschland offiziell eingeführt. Gleichzeitig gab der Hersteller eine Änderung seiner Lizenzierungspolitik bekannt: In Zukunft werden Softwarelizenzen bei DEC nicht mehr Maschinen-, sondern Clusterorientiert vergeben.

Die beiden neuen Rechnerserien VAX 8800 und VAX 6200 erlauben symmetrisches Multiprocessing mit Zugriff auf einen gemeinsamen Hauptspeicher, teilweise auch echte Parallelverarbeitung. Beide Familien sind in Konfigurationen mit einem bis vier Prozessoren erhältlich. Während die VAX 8800 (Entwicklungsname: Polarstern) einen Leistungsbereich von 5,5 bis 22 MIPS abdeckt und damit innerhalb des DEC-Spektrums das Flaggschiff darstellt, sind es bei der bisher unter der Projektbezeichnung "Calypso" bekannt gewordenen Maschinen der VAX 6200-Gruppe 2,8 bis 11 MIPS (Einzelheiten siehe COMPUTERWOCHE Nr. 15, Seite 15 und Nr 18, Seite 16). Die VAX 8800-Familie basiert auf der Zentraleinheit der 8700, die jetzt folgerichtig in VAX 88 10 umgetauft wurde.

Bei der 6200-Serie handelt es sich hingegen um Neuentwicklungen in CMOS-Technologie. Erstmals nannte der Hersteller Preise: 15 bis 3,35 Millionen Mark für die Basiskonfigurationen der 88XX-Modelle. Die 62XX-Maschinen liegen zwischen 430 000 und 1,3 Millionen Mark. Als Liefertermin wurde das dritte Quartal des laufenden Jahres angegeben.

Voraussetzung für die mit diesen Maschinen technisch mögliche symmetrische Mehrprozessorverarbeitung ist die neue Version des Betriebssystems VMS, die DEC ebenfalls präsentierte. Darüber hinaus integriert VMS 5.0 logisch VAXCluster-Systeme und Local-Area-VAX-Cluster. Das Betriebssystem wird samt Dokumentation auf einer einzigen CD-ROM-Platte geliefert, was rund 70 Kilogramm an Papier einspart.

Die Aufteilung einer Task in mehrere parallel ablaufende Zweige ermöglicht eine neue Fortran-Version, die DEC ebenfalls präsentierte. Sie wurde gegenüber dem bisherigen DEC-Fortran um sechs Instruktionen für die Parallelisierung erweitert. Die DEC-eigene Unix-Version Ultrix läßt sich auf den neuen Maschinen ebenfalls einsetzen, allerdings nur zu einem hohen Preis für den Anwender: Ultrix unterstützt die wichtigste Eigenschaft der Multiprozessor-Familien nicht, nämlich das Multiprocessing.

Gleichzeitig mit der Vorstellung der Multiprozessoren hat DEC ihre Lizenzpolitik für Softwareprodukte angepaßt. Die Lizensierung erfolgt nun nicht mehr CPU-orientiert. Statt dessen bietet das Unternehmen jetzt zwei Lizenzoptionen an: die "Clusterwide" und die benutzerabhängige Lizenz.

Bei ersterer wird entweder die gesamte oder eine Teilkapazität eines Rechnerclusters lizenziert. Der Anwender kann dann nach Belieben weitere Rechner in das Cluster einbinden, eine auf dem Cluster laufende Software wacht über die Einhaltung der Lizenzbedingungen. Nach DEC-Angaben sparen die Anwender damit - vor allem in größeren Installationen - Gebühren bis zu einer Höhe von 70 Prozent.

Die zweite Option besteht in der Lizenzierung einer bestimmten Anzahl von Benutzern, die sich an beliebigen Terminals innerhalb des Systems einloggen können. Auch hier sorgt ein Überwachungsprogramm dafür, daß nicht mehr Benutzer auf das lizensierte Programm zureifen als vorgesehen.