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DEC - im Kurs geviertelt

06.11.1992

Die Malaise der Computerbranche hinterläßt auch bei Digital Equipment deutlich sichtbare Spuren. Der Gewinn je Aktie halbierte sich im Geschäftsjahr 1989/90, verglichen mit dem Vorjahr, auf 4,19 Dollar (bereinigt um zirka 500 Millionen Dollar Rückstellungen für Restrukturierungsaufwand). Das Geschäftsjahr 1990/91 begann ebenfalls wenig verheißungsvoll. Im ersten Quartal sank der Gewinn je Aktie auf 0,21 Dollar, betrug also nur noch ein Sechstel des Vorjahres.

Eine nochmalige Halbierung des Aktienkurses im Jahr 1990 von 100 auf 50 Dollar war die Folge. DEC schnitt damit wesentlich schlechter als der Gesamtmarkt in Wallstreet ab. Die Ursache für den Gewinneinbruch liegt in der Verringerung der Margen. Im Spitzenjahr 1987/88 lag die Umsatzrendite vor Steuern bei stolzen 21,8 Prozent. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 8,53 Dollar. Schon im darauffolgenden Jahr schmolz die Umsatzrendite auf 18,8 Prozent. Wegen der Umsatzausweitung von 9,3 auf 11,4 Milliarden Dollar kletterte der Unternehmensgewinn dennoch auf die Rekordmarke von 9,9 Dollar je Aktie. Im vergangenen Geschäftsjahr betrug die Umsatzrendite "nur" noch 10,5 Prozent, was zu dem beschriebenen Gewinneinbruch führte. Mit der Entlassung von 5000 Mitarbeitern soll die Ertragskraft wieder verbessert werden.

Auf die Ertragszahlen 1991 darf man gespannt sein die Analysten von Value Line gehen davon aus, daß sich der Gewinn 1990/91 in etwa bei den Vorjahreswerten halten lassen wird. Der Aktienkurs dürfte sich aber solange nicht besser als der US-Index entwickeln, bis wieder Gewinnwachstum erreicht worden ist. Das dürfte frühestens im Geschäftsjahr 1991/92 möglich sein. Deshalb sollte man mit Käufen zunächst noch warten, zumal auch der Gesamtmarkt im Wallstreet weder unter fundamentalen noch unter monetären Gesichtspunkten zur Zeit zum Kaufen einlädt. Ob und in welchem Umfang der Mehrheitserwerb (65 Prozent) von Digital-Kienzle zur Ertragsverbesserung beitragen wird, bleibt abzuwarten. Kurzfristig könnte die neue Partnerschaft zunächst einmal dem Aktienkurs von Mannesmann nutzen.

Wer DEC-Aktien als langfristig orientierter Anleger hält, sollte auf drei bis fünf Jahre Sicht ein gutes Geschäft machen können, vorausgesetzt es gelingt dem Unternehmen, zur alten Ertragskraft zurückzufinden. Die heutigen Kurse antizipieren jedenfalls schon eine Menge schlechter Nachrichten. So beläuft sich die Eigenkapitalquote, gemessen an der Bilanzsumme, auf stolze 70 Prozent. Der Buchwert je Aktie liegt 35 Prozent über dem derzeitigen Aktienkurs. Hier nimmt die Börse eine Buchwertauszehrung durch - aus Sicht der Analysten nicht erkennbare - Verluste vorweg.