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14.09.1984 - 

Kurstaumel nach Bekanntgabe des Geschäftsergebnisses:

DEC im Wechselbad der Analysten Meinungen

NEW YORK (VWD) - Zu den umstrittendsten Titeln in Wall Street überhaupt gehören seit gut einem Jahr die Aktien des Branchen-Vize Digital Equipment Corp.(DEC). Der unbeständige Kursverlauf hat in der Finanzhochburg der Neuen Welt im Laufe der vergangenen Wochen für Stimmung gesorgt. Nach Bekanntwerden des Ergebnisses für das vierte Geschäftsquartal gaben die Kurse um sechs Punkte nach, zogen dann im Wochenverlauf aber wieder an. Bei Analysten reicht die Einschätzung des Unternehmens von "strauchelnder Koloß" bis "schlafende Prinzessin kurz vor dem Erwachen".

Das jüngste Geschäftsergebnis trägt nicht dazu bei, die Debatte zu beruhigen.Viele hatten für das letzte Geschäftsquartal ein besseres Ergebnis erwartet. Ein Großteil der 52 Prozent Zunahme ist auf geringere Steuerzahlungen zurückzuführen, und Marc Schulman von Hambrecht & Quist stellt fest, daß der Betriebsgewinn gemessen am Umsatz im Vergleich zum Vorquartal sogar geringfügig gesunken ist. Dies sei in erster Linie auf die höheren Lohnkosten infolge verstärkter Neueinstellungen zurückzuführen.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 1983/84 verkauften zahlreiche Anleger ihre DEC-Aktien, nachdem das Unternehmen einen unerwarteten Gewinnrückgang um 72 Prozent auswies. Zurückhaltende Analytiker prognostizierten deshalb für das zweite Quartal einen Reingewinn zwischen 28 und 90 Cents pro Aktie. Tatsächlich erwirtschaftete DEC dann jedoch 1,41 Dollar pro Aktie.

Für das Geschäftsjahr 1983/84 weist DEC einen Reingewinn von 328,8 (283,6) Millionen Dollar beziehungsweise 5,73 (5,00) Dollar pro Aktie aus. Trotz dieser Verbesserung war das Jahr nach Angaben einiger Analytiker schwierig für das Unternehmen. Als Gründe nennt Barry Tarasoff von Wertheim den relativen Mißerfolg im Mikrocomputergeschäft, den langen Zeitraum bis zur Vorstellung einiger wichtiger neuer Produkte und den starken Wechsel im Management.

Die offensichtliche zeitliche Verzögerung bei neuen Erzeugnissen hat zum Druck auf die Gewinnspannen beigetragen. Einige Minicomputer mit ehemals hohen Gewinnmargen werden jetzt mit Rabatten verkauft, um die Lager zu räumen. DEC-Vice-President für Corporate Relations, Al Mullin jr. bestätigt den Druck auf die Gewinnspannen im abgelaufenen Jahr. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet er mit einer Steigerung der Betriebsgewinn-Spanne auf zehn nach neun Prozent im vierten Quartal 1983/84.

Die Erwartungen eines neuen Produktzyklus stützen sich derzeit auf die im Herbst 1984 erwartete Vorstellung eines Super-Minicomputers (Projekt "Venus") und des neuen Mikroprozessors Microvax Ü. Trotz der zeitlichen Verzögerungen erwartet Schulman, daß die beiden Produkte beim derzeitigen Kundenstamm beträchtliche Aufträge auslösen werden. Außerdem kämen die neuen Geräte in einer Zeit anhaltend hoher Unternehmensinvestitionen auf den Markt.

Weitere Faktoren für ein besseres Abschneiden in 1984/85 sieht David Wu von Montgomery Securities in der Reorganisation des Unternehmens und der Dezentralisierung der Aktivitäten. Er rechnet auch mit weniger Problemen im Mikrogeschäft.