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08.05.1992

DEC: Nur bessere Erträge können den Kursrutsch stoppen

Die Aktie der Digital Equipment Corporation notiert auf einem Sieben-Jahres-Tief. In der zweiten Jahreshälfte 1985 war sie noch weit oberhalb der 50-Dollar-Marke etabliert und stieg in der Spitze bis auf 200 Dollar. Jetzt ist der Kurs wieder nachhaltig unter 50 Dollar gefallen.

Ursache für den jüngsten Kursrutsch ist das unerwartet schlechte Ergebnis im ersten Quartal 1992. 2,4 Dollar je Aktie wurden als Verlust gemeldet. Im vergleichbaren Vorjahresquartal waren noch 94 Cent pro Anteilsschein verdient worden.

Damit setzt sich die Margenerosion, unter der die gesamte Branche zu leiden hat, auch bei Digital Equipment fort. Im Spitzenjahr 1987/1988 war noch eine Nettorendite nach Steuern von 12,1 Prozent - bezogen auf den Umsatz - erwirtschaftet worden. Seitdem sinkt dieser Wert beständig: 1988 auf 11,4 Prozent, 1989 auf 8,4 Prozent, 1990 auf 4,1 und 1991 schließlich auf 2,8 Prozent. Für 1992 wird von den meisten Analysten ein Verlust erwartet.

Vor diesem Hintergrund tröstet die nach wie vor gute Bilanzqualität des Unternehmens nicht. Die Schulden belaufen sich bei einem Umsatz von 15 Milliarden auf lediglich 167 Millionen Dollar - eine zu vernachlässigende Größenordnung. Der Buchwert liegt mit 60 Dollar deutlich oberhalb des Aktienkurses. Dieses Phänomen ist bei Digital Equipment jedoch schon seit Jahren zu beobachten. Dahinter steht nichts anderes, als daß die Börse über den Kurs eine weitere Buchwertauszehrung durch Verluste vorwegnimmt.

Gelingt es DEC nicht, zur alten Ertragskraft zurückzufinden, wird sich der Kursrutsch fortsetzen. Optimisten unter den Analysten gehen jedoch davon aus, daß die Einführung einer neuen Computergeneration 1993 zu einer deutlichen Stärkung der Erträge führen wird und kalkulieren schon heute mit einem Gewinn von sechs Dollar je Aktie. Wer als Beobachter des Hardware- und Softwaremarktes von einem Erfolg der künftigen DEC-Maschinen ausgeht, der kann sich heute nach dem Motto "Buy on bad news" auf die Käuferseite schlagen. Für Investoren ohne dieses Wissen ist es für ein Engagement noch zu früh.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München.