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14.08.1987 - 

Neue Microvax III, neue Preise, OS2-Commitment:

DEC paßt sich verändertem Markt an

MAYNARD/LONDON (CWN) - Eine größere Microvax wird Digital Equipment in nächster Zeit vorstellen. Sie wird mehr als den doppelten Durchsatz erbringen als die Microvax II und einige der teureren Maschinen der Baureihe Vax 8000 überrunden. Voraussichtlich wird die Microvax III erstmals auf der "Decworld" zu sehen sein, die Mitte September in Boston stattfindet. Weitere Neuigkeiten vom zweitgrößten Rechnerhersteller eine neue Preisstruktur und ein Einschwenken auf die OS/2-Philosophie.

Die neue Microvax wird einem Beta-Tester zufolge einen Durchsatz von 2 Mips erzielen und damit über dem Leistungslevel etwa der Vax 8250 liegen. Ein Upgrade, das einen Wachstumspfad von der einen zur anderen Familie eröffnen könnte, kommt dennoch nicht in Frage: Der Neuling baut auf dem Q-Bus auf, gegenüber dem schnelleren Vaxbi-Bus bei den "großen" Vaxen.

Inkompatibilität bei der Speicherankopplung

Hardware-lnkompatibilitäten soll es jedoch nicht nur gegenüber der Vax-Linie geben, sondern auch gegenüber der Microvax II. So verlautete aus Kreisen von Third-Party- Herstellern, die Microvax II kopple den Speicher auf junterschiedliche Weise an die CPU. Bei einem eventuellen Upgrade von der II zur III seien demzufolge nicht nur die Zentraleinheit, sondern auch die Speicherplatinen auszutauschen. Ein Entwickler vermutete, die Microvax III benutze die gleichen Speicherkarten wie die Micro-PDP- 1 1/83.

Als Zentraleinheit der Maschine fungiert ein neuentwickelter CMOS-Mikroprozessor, dessen Befehlsvorrat eine Untermenge des Vax-Instruktionssatzes darstellt. Wie Kenner vermuten, ist dieser Prozessor, derzeit hinsichtlich der Geschwindigkeit noch nicht ausgereizt. Aus diesem Grunde seien möglicherweise weitere Modelle auf Basis dieses Prozessors zu erwarten. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von einer Vaxbi-Version, die leistungsmäßig zwischen der 8250 und 8350 liegen könnte.

Performance-Loch in der Vax-Linie stopfen

Neben der Microvax III erwarte Insider das Debüt einer leistungsgesteigerten Vaxstation und eines verbesserten Gateways zu IBMs SNA-Umgebungen und möglicherweise einer 3-Mips-Vax 8400, die das bestehende Performance-Loch in der Vax- Linie stopfen soll.

Die Microvax III soll preislich etwa auf dem bisherigen Niveau der Microvax II liegen.

Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monaten hat DEC seine Preisstruktur überarbeitet. Herausgekommen sind Steigerungen bei den größeren Maschinen und Ermäßigungen im Low-end-Bereich. Analysten zufolge sollen diese Preisbewegungen den Boden für die Microvax III vorbereiten. So wurde die Microvax II um zirka 17 bis 20 Prozent billiger. Ähnliches gilt für die Maschinen der betagten PDP- 11-Linie, ohne daß in diesem Fall Zahlen genannt wurden.

Der steilste Anstieg ist bei der Vax 8550 zu verzeichnen: Ihr neuer Preis liegt für eine 32-MB-Konfiguration bei 506 000 Dollar gegenüber bisher 479 000 Dollar. Vor der März-Anpassung hatte er noch 398 000 Dollar betragen. In ähnlicher Weise, wenn auch nicht ganz so drastisch, hob der Hersteller die Preise bei der Vax 8700 an. Einen Trost besonderer Art hatte die deutsche DEC-Niederlassung für ihre hiesigen Kunden parat: Preissteigerungen seien in Deutschland "definitiv nicht geplant", erklärte ein Firmensprecher, jedenfalls nicht "bis Oktober".

Auch auf dem Sektor der Personal Computer bewegt sich etwas bei DEC. Wie das Unternehmen in London bekanntgab, wolle man Anfang 1988 Systeme einführen, die unter OS/2 laufen. Eine entsprechende Lizenzvereinbarung sei mit OS/2-Hersteller Microsoft geschlossen worden. Bisher hatte DEC sich beharrlich geweigert, sich auf OS/2 festzulegen (siehe auch Seite 16).

Obwohl DECs Ankündigung als ein Nachvollziehen des industrieweit herrschenden Trends empfunden wird, bleibt dennoch eine Reihe von Fragen offen. "Es wird interessant sein, zu sehen, wie DEC OS/2 in seine gegenwärtige Strategie einbaut, eine Vax auf jeden Tisch zu bringen", sinnierte etwa Marek Vaygelt vom US-Marktforschungsunternehmen Romtec. Andere professionelle Industriebeobachter stellen Spekulationen darüber an, ob DEC etwa mehr vorhabe, als lediglich OS/2 auf die Vaxmate zu portieren, Nachdem IBM seinen eigenen Presentation Manager und Communications Manager entwickelt habe, sei die Vermutung so abwegig nicht, DEC wolle OS/2 in sein eigenes DEC-Window-Projekt einbinden, welches entsprechend eine gemeinsame Windowing-Oberfläche für alle Workstations des Herstellers bereitstellen soll.