Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.04.1988 - 

Uneinheitliche Geschäftsentwicklung in der Branche, aber:

DEC stabilisiert sich als Branchenzweiter

MÜNCHEN (ujf) - Tendenz uneinheitlich bis freundlich - so lautet die Bilanz des ersten Quartals 1987 in der amerikanischen DV-Industrie.

Der Vierteljahresbericht der IBM Corp. wurde wegen der Erholung von Gewinn und Absatz sehr positiv aufgenommen. Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen um 10 Prozent auf 11,75 (10,68) Milliarden Dollar - mehr, als auf das Konto von Währungsverschiebungen gehen kann. Unerheblich war der Einfluß der Dollar-Parität gewiß nicht: Der Kurs des "Greenback" sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwa gegenüber der Mark um etwa zehn Prozent. Die präzisen Daten zum Thema Devisenkurs, in den letzten "quarterly reports" freiwillig mitgeliefert, enthielt Big Blue aber diesmal der Öffentlichkeit vor.

Die Umsatzrendite stieg von 7,4 auf 7,8 Prozent, denn beim Gewinn nach Steuern näherte sich IBM mit 913 (785) Millionen Dollar wieder dem von früher gewohnten Niveau. Daß der Konzern besser verdiente, führen Beobachter nicht allein auf die Kostensenkungen und die intensivierte Außendiensttätigkeit zurück, sondern auch auf eine wiederbelebte Nachfrage im lukrativen Mainframegeschäft.

Das neue Betriebssystem-Release MVS/ESA, das mehr Leistung aus den 3090-E-Modellen herausholen und ab Sommer verfügbar sein soll, habe bereits den Absatz an neuen Großrechnern angekurbelt, heißt es in den USA. Die Leidtragenden seien die Anbieter gebrauchter 370-Rechner; der Boom in diesem Bereich scheint zu Ende zu gehen.

Der IBM-Hardwareumsatz insgesamt lag mit 7,43 Milliarden Dollar um 14,3 Prozent über dem Wert aus dem 1. Quartal 1987. Bei der Software legten die Armonker wie schon in den letzten Jahren am kräftigsten zu. Nach einem 21,7prozentigen Zuwachs erreichte diese Sparte Einnahmen von 1,71 Milliarden Dollar, weit mehr als jedes selbständige Softwarehaus erzielte. Trotz aller Marketingmaßnahmen, die den Vormarsch unabhängiger Serviceunternehmen stoppen sollten, ging das Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar zurück. Die Einnahmen aus Vermietung und anderen Diensten sanken gar um 10 Prozent auf 742 Millionen Dollar.

Unisys kann sich mit höherer Rendite trösten

Deutlich besser entwickelte sich der Umsatz beim zweitgrößten Anbieter auf dem DV-Markt, der Digital (DEC) Equipment Corp. (DEC). Der Midrange-Hersteller aus Maynard in Massachusetts hielt den dritten, der sich gern selbst als Nummer zwei sieht, nämlich die Unisys Corp., auf Distanz. Bei den Gesamteinnahmen in Höhe von 2,82 Milliarden Dollar übertraf DEC das Vorjahresquartal um 17 Prozent. Der Gewinn allerdings ging vor Steuern kräftig (minus elf Prozent), nach Steuern geringfügig zurück: Als Nettoertrag weist das Unternehmen 305,1 (307,6) Millionen Dollar aus. Die knapp elfprozentige Umsatzrendite bleibt deutlich hinter dem Vergleichswert (12,8 Prozent) zurück, ist aber weitaus besser als die des Marktführers IBM.

DEC-Verfolger Unisys schaffte es im 1. Quartal 1988 nicht, das gute Ergebnis des Zeitraums Januar bis März 1987 zu wiederholen. Der Umsatz gab auf 2,37 (2,42) Milliarden Dollar nach. Zur Freude der Wall Street ging der Einnahmerückgang nicht zu Lasten des Profits - im Gegenteil. Unisys polierte mit einer Umsatzrendite von 6,3 (4,6) Prozent sein Image gewaltig auf, auch wenn es bis zur Marge etwa von DEC noch ein weiter Weg ist. Als Reingewinn gibt der Sperry-Nachfolger 149,3 (110,2) Millionen Dollar an.

Von den kleineren Herstellern der DV-Branche ist derzeit Sun Microsystems in aller Munde. Der kalifornische Workstation-Anbieter, der durch seinen Sparc-Chip und die Kooperation mit AT&T Aufsehen erregte, tut es mit dem Wachsturn Compaq nach.

Bei mehr als einer Viertelmilliarde Dollar Umsatz im 1. Quartal, entsprechend einem Plus von 81 Prozent, blieb allerdings nur ein Gewinn von 14,3 Millionen Dollar übrig. Die Umsatzrendite von 5,5 Prozent böte eine instabile Grundlage für ein weiterhin so stürmisches Wachstum - wenn Sun nicht den reichen Telefonkonzern AT&T im Rücken hätte. Der überläßt nämlich dem Juniorpartner die marktgerechte Weiterentwicklung des Betriebssystems Unix (siehe auch Seite 1).