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29.06.1990 - 

Verspätung der VAX 9000

DEC: Umsatz und Gewinn im vierten Quartal unter Druck

BOSTON/MAYNARD (CW) Die Beichte kommt häppchenweise: Nachdem die Digital Equipment Corp. vergangene Woche VAX-9000-Kunden auf einen späteren Auslieferungszeitpunkt als Juli 1990 vertrösten mußte legte DEC- Finanzchef James Osterhoff jetzt Analysten nahe, ihre Gewinnerwartungen für das vierte Quartal dieses Jahres nach unten zu korrigieren.

"Die gegenwärtige Profitrate entspricht nicht unseren Erwartungen und denen unserer Investoren", gestand Osterhoff auf einem Aktionärstreffen ein. Er schrieb diese Tatsache allerdings weniger hausgemachten Problemen als vielmehr den Parametern der amerikanischen und internationalen Märkte zu. Besonders in Großbritannien verhinderten hohe Zinsen eine Expansion des DEC-Geschäftes. Die Reaktion der New Yorker Börse war vergleichsweise verhalten: Nach einem anfänglichen Rückgang der DEC-Aktie um 1,75 Dollar auf 86,375 Dollar schloß diese am gleichen Tag mit 87 Dollar.

US-Analysten revidierten aufgrund von Osterhoffs Äußerungen ihre Prognosen für DECs Aktiendividende von durchschnittlich 1,85 Dollar auf rund 1,30 Dollar. James Levinson von Goldman Sachs glaubt sogar, die Umsatz- und Gewinnprobleme des Hardwarezweiten aus Massachusetts seien mit dem laufenden Quartal noch längst nicht ausgestanden. Im Verlauf einer längeren Transformationsperiode habe DEC bestenfalls die Mitte erreicht. Wachstum verzeichne nur das Ultrix-Geschäft, während die VAX-Verkaufskurve flach verlaufe.

Die für Juli erwartete Auslieferung des "IBM-Killers" VAX 9000 verzögert sich - um bis zu drei Monate, wie Beobachter schätzen - unter anderem aufgrund von Problemen mit einem Klebstoff, der auf dem Multi-chip-Satz verwendet wird. Der ursprüngliche Lieferant des Mittels wurde inzwischen durch einen anderen ersetzt. Nach Ansicht des IDC-Analysten Terry Shannon ist dieser Punkt gleichwohl "nicht schicksalhaft, nur ärgerlich".

Größeren Druck auf die Geschäftsentwicklung von Digital könnten da schon die derzeit laufende Reorganisation und Kürzung des Vertriebsbereiches bewirken. Das Unternehmen hofft, daß bis zu 2500 Mitarbeiter ein Angebot zum vorzeitigen Ausscheiden annehmen. Dadurch werden viele VBs Anfang Juli neue Vorgesetzte bekommen; Analyst Marc Schulman von UBS Securities verleitet das zu der Annahme, die Verkäufer würden eine Reihe von Aufträgen bis zu diesem Zeitpunkt zurückhalten.