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OSI-konforme Kommunikation zwischen VAX und Macintosh geplant:


22.01.1988 - 

DEC und Apple bestätigen Netzwerk-Kooperation

SAN FRANCISCO/MÜNCHEN (CW) - Den Spekulationen über eine Zusammenarbeit von Digital Equipment und Apple ist jetzt ein Ende bereitet: Die Verantwortlichen beider Unternehmen gaben bekannt, Kommunikations-Produkte zu entwickeln. Ziel des Jointventures ist die OSI-konforme Integration von Macintosh-Rechnern und Appletalk-Netzen mit VAX- und Decnet-Konfigurationen.

"Mit diesem Schritt haben wir uns zur völligen Anwenderorientierung entschlossen", kommentierte Apple-Chef John Sculley die Kooperation vor Journalisten in den USA. Schließlich setzten rund 36 Prozent der DEC-Kunden einen Macintosh ein, sekundierte denn auch Digital-Equipment-Boß Ken Olsen.

Gemäß dem Abkommen werden Macintosh-Mikros und VAXen über Appletalk und Decnet verbunden, um auf gemeinsame Ressourcen zuzugreifen. Dabei sollen Produkte entwickelt werden, über die eine VAX-Datei von einem Macintosh via Appletalk Filing Protocol (AFP) zugänglich ist; auf beiden Systemen hergestellte Dokumente lassen sich entsprechend dem ODA-Standard mit Digital Document Interchange Format (DDIF) austauschen; Apple-sowie DEC-Rechner arbeiten im Netz mit Postscript-Druckern beider Anbieter. Das Macintosh-E-Mail-System konnte dann ferner mit dem DEC-Pendant kommunizieren; All-in-One und X.400 sind hier eingeschlossen.

Ein weiteres geplantes Tool wird Angaben beider Unternehmen zufolge dem Macintosh erlauben, ein DEC-Terminal zu emulieren und so über das Netz Daten mit DEC-Systemen auszutauschen. Die Terminal-Emulation soll sowohl den ASCII-Zeichensatz als auch Grafiken nach dem X-Window-Standard unterstützen. Geplant ist darüber hinaus die gemeinsame Entwicklung von Datenbank-Spezifikationen und von einem System zur einheitlichen Verwaltung von Decnet- und Appletalk-Konfigurationen .

Mit ersten Produkten dieser- im Verständnis der beteiligten Hersteller- "strategischen Allianz" ist auf einer gemeinsamen DEC/Apple-Entwickler-Konferenz im August zu rechnen, meint die Sprecherin der deutschen Dependance des kalifornischen Mikro-Spezialisten. Konkreter wird hier DEC-President Olsen, demzufolge bereits im Spätsommer Schnittstellen zur Anwendungsprogrammierung vorgestellt und offengelegt werden sollen.

Die Vorteile für Digital Equipment und Apple liegen auf der Hand, konstatiert ein Branchenkenner: "So glücklos DEC bislang im Workstation-Bereich war, so sehr braucht Apple einen Partner mit Vernetzungs-Erfahrung." Die Zusammenarbeit mit den Neuengländern öffne zudem die Tür in den Business-Markt etwas weiter, wagt Apple-Chief-Executive-Officer John Sculley zu prognostizieren. Langfristig könnten, so ein Marktforscher der International Data Corp., beide Unternehmen möglicherweise auch ihre Marketing-Aktivitäten zusammenlegen. Augenfällig ist im Moment lediglich, daß die Corporation, die sich noch im Herbst Apple gegenüber reserviert verhielt und mit einem OS/2-Engagement liebäugelte, bei Produktdemonstrationen Apple-Systeme einsetzt.