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07.04.1989 - 

Digital-Produkte zeigen Performance-Probleme:

Decwindows läuft nicht wie erwartet

LONDON (IDG) - Britische Software-Entwickler äußern Zweifel an der Leistungsfähigkeit von Decwindows. Mit der eben ausgelieferten gemeinsamen Benutzeroberfläche für Systeme unter VMS, DOS, Ultrix und MS-DOS will Digital Equipment eine Gegenstrategie zur SAA-Offensive der IBM fahren.

Bei Feldtests haben sich nicht nur bei Leistungsmängel der Benutzerschnittstelle ergeben, sondern auch Probleme an dem neuen Release von DECs Common Data Dictionary CDD. Außerdem hat Digital Probleme, die Käufer zu überzeugen, daß die Fehler in ihrem relationalen Datembanksystem RDB erfolgreich ausgemerzt wurden.

Bei Oracle, so Ian Fischer, CASE-Marketing-Manager beim gleichnamigen Unternehmen, funktionierte die Portierung von Software auf Decwindows nicht zuverlässig: "Wir hatten etwas Kummer damit."

Martin Butler vom Beratungsunternehmen Computer Research beklagt dagegen die Schwäche von Decwindows auf der VAX-Station 2000: "Die Performance ist grauenhaft. Auf das Öffnen eines neuen Fensters muß man mehr als zehn Sekunden warten." Außerdem beanspruche die Schnittstelle die CPU über Gebühr und greife ständig auf die Diskette zu.

Auf derartige Vorwürfe von anderer Seite habe Digital nach Auskunft von Butler mit dem Hinweis geantwortet, die Kunden könnten bei einer VAX-Station 2000 keine volle Leistung von Decwindows erwarten.

Andrew McCausland dagegen, Spezialist für DEC-Workstations, argumentierte, daß Decwindows auch auf der 2000er-Workstation die Leistung eines GPX-Rechners erreichen könnte. Voraussetzung sei jedoch ein Hauptspeicher von mindestens sechs Megabyte. Die VAX-Station 2000 ist jedoch nur mit vier Megabyte ausgerüstet.

Ähnliche Probleme hatte Digital Equipment mit seinem relationalem Datenbanksystem RDB. Laut Fischer verhält sich das System inzwischen recht robust, auch wenn es noch nicht frei von Fehlern ist, die Digital jedoch bewußt seien. Auch die Performance-Probleme und Fehler beim Gebrauch des Hauptspeichers durch das Data Dictionary CDD seien dem Hersteller bekannt.

Alle drei fehlerhaften Produkte sind für die Marktstrategie von Digital Equipment von Bedeutung. Zentrale Teile von Decwindows etwa sind Bestandteil der Benutzeroberfläche des AIX-basierten Betriebssystems OSF/1 geworden, das sich um die Anerkennung als Unix-Standard bemüht.