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30.09.1988 - 

Mammut-Show unter dem Motto "Integrating the Enterprise"

Decworld '88: Neue tragende Säulen neben VMS

CANNES (sch) - Vor der Decworld '88, diesmal in Cannes abgehalten, hat der DV-Zeitgeist nicht haltgemacht. Neben Proprietary-Lösungen konnte der Anbieter aus Maynard ein stattliches Angebot an offeneren System-Komponenten vorweisen. Themen in aller Munde

waren vor allem Unix, RISC und OSI. Announcements steuerte DEC bereits im Vorfeld der Veranstaltung an der Cote d'Azur bei.

Wer sich auf der Ausstellung im Palais des Congres mit seinen insgesamt 350 Demonstrationen etwas genauer umschaute, sah, daß sich bei DEC in Sachen Multivendor-Fähigkeit und Integration gegenwärtig allerhand "rührt".

Zu den Neuheiten im Technologiezentrum an der Cote d'Azur gehörten beispielsweise eine VMS/Ultrix-Connection, Version 1.0, die Software 2.0 für Ultrix-Workstations, das Konzept OLTP für die Transaktionsverarbeitung, das MHS-Protokoll X.400, eine ISDN-Lösung auf der Basis der S0-Schnittstelle, die Decnet/Ultrix-Version 3.0 sowie Verbindungen zwischen VAX- oder Microvax-Rechnern und Mikros von Compaq, Apple, Olivetti und IBMs PS/2-Modellen.

Erwähnenswert ist des weiteren die erste VAX/EDI-Anwendung, die von Digital aus Großbritannien entwickelt wurde (EDI: Electronic Data Interchange).

Michel Filthuth, Produkt Manager VMS Systems Marketing Europe und mitverantwortlich für das DEC-Technologiezentrum sieht die jüngsten Horizont-Erweiterungen als wesentliche Garanten für das auf der Decworld proklamierte Ziel "Integrating The Enterprise". Auf dieses Motto zugeschnitten sind auch die in Cannes zum ersten Mal offiziell angekündigten "Digital Enterprise Services", die die gesamte Planung, das Design und die Implementation beinhalten sowie Digital's "Network Enterprise Management Program", eine Familie integrierter Netzwerk-Management-Software-Tools oder -Dienste. Letzteres umfaßt eine Reihe von Third-Party-Arrangements, um das Service-Angebot auch in einer Multivendor-Umgebung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang fielen die Namen Codex, DCA, Siemens, Stratacom, Timeplex, TBS International und Vitalink Communications.

In die Zeit der weitgefächerten Ausstellung fiel auch DECs Absichtserklärung, sich gegenüber IBMs Netzwerk-Management-Standard Netview mit der langerwarteten Enterprise Management Architecture (EMA) zu profilieren, die auf OSI-Normen basiert.

Decworld '88, zu der rund 18 000 Besucher aus fünfzig Ländern kamen, gliederte sich neben dem Technologiezentrum in die Ausstellungsbereiche Öffentlicher Sektor, Fertigungsindustrie, Finanzwesen, Dienstleistungsindustrie und Telekommunikationsindustrie. Vier Highlights auf diesen Gebieten: Verbindung zwischen der Decworld und der Cray-2 in Stuttgart mittels einer VAX-Station 8000, M.I.T.-Ausbildungsprogramme im Rahmen des Athena-Projekts auf Mikrovax-Workstations, ein CIM-Konzept für die Automobilindustrie auf der Basis von MAP 2.1. und ein Software-Verfahren für Flugtests, das auf der VAX 3500 lief.

Ihr Engagement für das "hochmodisch" gewordene Unix unterstrich die Digital Equipment Corporation auch während der Podiumsgespräche. DEC-President Ken Olsen sprach - ohne das Kind beim Namen zu nennen - von einer "nahenden" Unix-Workstation mit RISC-Architektur und einem Desktop-Computer mit der Code-Bezeichnung PVax, auf dem man gleichermaßen VAX- und MS-DOS-Applikationen fahren kann.

Der DEC-Chef brach im übrigen eine Lanze für Minicomputer und sogenannte "dumme" Terminals, die sich aus seiner Sicht in vielen Fällen nicht durch intelligente und vernetzte Workstations ersetzen lassen. Weiteres wichtiges Thema: Die Open Software Foundation. DECs Äußerungen über die OSF-Unterstützung blieben indes etwas vage und liefen wieder auf das alte Paradepferd VMS hinaus: "VMS ist mehr OSF-kompatibel als alles andere in der Welt heute, und dabei wird es wahrscheinlich noch lange Zeit bleiben."