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09.11.1984 - 

Diskussion um Bildschirmarbeit:

"Delgado-Effekt" erregt die Gemüter

FRAMINGHAM (cw) - Ein Comeback erlebt gegenwärtig die Kontroverse, ob Bildschirmarbeit gesundheitsschädlich ist oder nicht. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen warten nämlich mit der Aussage auf, die von den Geräten ausgehende langweilige Strahlung wirke sich negativ auf das menschliche Wohlbefinden aus.

Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, daß zwischen den vom Bildschirm ausgehenden Wellen und den Magnetimpulsen, die der Spanier Dr. José Delgado vor zwei Jahren bei Experimenten verwendet hat, große Ähnlichkeiten bestehen. Der Madrider Wissenschaftler stellte 1982 die These auf, bestimmte Magnetfelder würden auf die embryonale Entwicklung von Versuchstieren eine negative Auswirkung haben.

Der sogenannte "Delgado-Effekt" entwickelte sich vor allem deshalb in wissenschaftlichen Kreisen zu einem heiß umstrittenen Thema, weil sich die im Experiment gewonnenen Ergebnisse nicht reproduzieren ließen.

Einer der Wissenschaftler, die sich inzwischen mit dem "Strahlungsproblem" befassen, ist Dr. Arthur Guy, Direktor des bioelektromagnetischen Forschungslabors der Medizinischen Fakultät an der University of Washington. Seinen Untersuchungen zufolge hat die von Bildschirmen ausgehende Strahlung gewisse Ähnlichkeiten zu der, die Delgado in seinen Experimenten benutzt hat. Gleichzeitig verweist Guy jedoch darauf, daß es eigentlich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten gebe, vor allem bezüglich der Impulsdauer.

Richard Tell, Physiker am Strahlungslabor der amerikanischen Umweitschutzbehörde, kam bei seinen Experimenten zwar auch auf gewisse Ähnlichkeiten zu Delgado, konnte jedoch keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Bildschirm-Strahlung und gesundheitlichen Risiken herstellen.

Elaine Taber, Programmdirektorin der amerikanischen Büroangestellten-Organisation "9TO5" und eine strenge Verfechterin von Sicherheitsaspekten bei der Bildschirmarbeit, fordert eine Verstärkung der Sicherheitsvorsorge in den Betrieben. Ehe an eine Lockerung der Maßnahmen gedacht werden könne, müsse die Unschädlichkeit der Bildschirmarbeit erst eindeutig erwiesen werden. Frau Taber: "Es ist besser über- vorsichtig zu sein, als die Gesundheit von zehn Millionen Büroangestellten aufs Spiel zu setzen.'