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01.10.1999 - 

Auftrag über sechs Milliarden Dollar an Big Blue

Dell bindet sich im Servicegeschäft an IBM

MÜNCHEN (CW) - Dell hat IBM einen Service-Auftrag im Wert von sechs Milliarden Dollar erteilt. In den nächsten sieben Jahren soll Big Blue Unternehmenskunden des PC-Direktanbieters betreuen. Bereits im März 1999 hatte Dell den Wettbewerber mit der Lieferung von PC-Komponenten im Wert von 16 Milliarden Dollar beauftragt.

Dem neuerlichen Abkommen zufolge soll IBMs Geschäftsbereich Global Services nun auch Installations-, Reparatur- und Wartungsarbeiten für Dell-Kunden aus Firmen und Behörden übernehmen. Zu Beginn des nächsten Jahres erhalten zunächst in den USA, später auch auf internationaler Ebene, Anwender von Desktops, Notebooks, Workstations, Netz-Servern und Datenspeicherprodukten Hilfe von IBMs Service-Einheit.

Einem Bericht des Branchendienstes "Computergram" zufolge waren die Weichen für das Abkommen bereits im vergangenen Jahr gestellt worden. Damals soll sich Dells Vice-Chairman Kevin Rollins mit diesem Ansinnen an IBMs Servicechef Sam Palmisano gewandt haben. Ironie des Schicksals: Palmisano wird zum 01.10.1999 seinen Stuhl bei Global Services räumen und das kränkelnde Hardwaregeschäft von IBM leiten - also in direkte Konkurrenz zu Dell treten.

Palmisano schließt nicht aus, daß IBM auch komplexere Aufgaben für Dell-Kunden übernimmt - einschließlich der Konzeption von E-Business-Projekten und der Einrichtung von Dienstleistungszentren für das Application-Service-Providing (ASP). Für IBMs Service-Division ist Dell keineswegs der größte Kunde; Lucent Technologies, Cisco und Boeing haben jeweils noch umfangreichere Serviceverträge abgeschlossen.

Dell wird ungeachtet der IBM-Partnerschaft an seinen bestehenden Verträgen mit den Servicepartnern Unisys und Wang - inzwischen eine Tochter des niederländischen Gentronic-Konzerns - festhalten. Die Partnerschaft mit IBM wurde gesucht, weil das Unternehmen international flächendeckend präsent ist und Kunden zudem als Allround-Anbieter mit weiteren Produkten versorgen kann. An seiner eigenen, vergleichsweise kleinen Servicemannschaft will Dell festhalten.

Die beiden Konzerne hatten bereits im März dieses Jahres ein Abkommen getroffen. In dessen Rahmen wird IBM als OEM-Partner (OEM = Original Equipment Manufacturer) ebenfalls für zunächst sieben Jahre Technologie im Wert von 16 Milliarden Dollar an Dell liefern. Dabei handelt es sich vornehmlich um PC-Bauteile wie Festplattenlaufwerke, Netzadapter, Flachbildschirme und Speicherchips.

Branchenkenner beurteilen die Kooperation uneinheitlich. Obwohl die meisten unterstreichen, daß Dell sich um weitere Servicepartner kümmern mußte, steht die Frage im Raum, ob der Hardwarerivale IBM dafür die richtige Adresse ist. Dell ist nach Compaq weltweit zweitgrößter PC-Anbieter, IBM nimmt Rang drei ein.