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18.12.1992 - 

Aktienkurs sinkt wegen Gerüchten um Devisengeschäfte

Dell Computer macht im dritten Quartal 120 Prozent mehr Gewinn

AUSTIN (CW) - Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte die Dell Computer Corporation mit 28,6 Millionen Dollar ein um 120 Prozent besseres Ergebnis als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings ließen die von Brokern aufgeworfenen Fragen zu dem eventuell durch Devisengeschäfte aufgeblasenen Ertrag den Kurs der Dell-Aktie bereits einen Tag nach Bekanntgabe des guten Ergebnisses um zehn Prozent sinken.

Beim Umsatz legte der Mail-order-Versender im dritten Quartal um 149 Prozent auf 570 (1991: 229,3) Millionen Dollar zu. Die Nachfrage ist offenbar so groß, daß Michael Dell, Chairman und CEO des Unternehmens, keine Notwendigkeit mehr für Preissenkungen sieht: "Wir sind so überwältigt von der starken Nachfrage, daß wir uns selbst schaden würden, wenn wir die Preise senkten." Die Verkäufe in den USA seien um 138 Prozent auf 377 Millionen Dollar gestiegen, und international habe man gegenüber dem dritten Quartal 1991 gar um 172 Prozent auf 193 Millionen Dollar zugelegt, berichtete Dell. Damit wächst die Company im dritten Quartal hintereinander um mehr als 100 Prozent.

Ebenfalls hohe Zuwächse verzeichnete die Dell Computer GmbH mit Sitz in Langen, die neben Deutschland auch für die Schweiz und Österreich verantwortlich ist. Die hiesige Tochter beendete das Quartal nach eigenen Angaben mit einem Umsatzplus von 171 Prozent.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres kletterte der Umsatz der PC-Company um 132 Prozent auf 1,4 (604 Millionen) Milliarden Dollar. Der Netoprofit lag mit 70 Millionen Dollar um 98 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums.

Dell dementiert die Gerüchte

Der guten Ergebnisse zum Trotz sank der Kurs der Dell-Aktie an der New Yorker Börse bereits einen Tag nach Bekanntgabe der Zahlen um 3,75 Dollar. Dem "Wall Street Journal" zufolge hatte David Korus, Analyst bei Kidder Peabody & Co. in einer morgendlichen Telefonkonferenz mit 200 Investoren darauf hingewiesen, daß sich Dell in den letzten Monaten bei der Abrechnung von Devisengeschäften "unüblicher" Methoden zur Buchung von Verlusten und Gewinnen befleißigt habe.

Diese Aussage führte, so das Blatt weiter, in der Wall-Street zu Spekulationen darüber, ob Dell den Ertrag künstlich aufgebläht habe. Allerdings werden die Gerüchte von dem Unternehmen selbst heftig dementiert.

Von Michael Dell wird kolportiert, er habe verärgert auf die Vorwürfe reagiert und Kidder Peabody rechtliche Schritte angedroht. "Er (Korus, d.Red.) hat uns durch diese Unwahrheit eine Menge Schaden zugefügt", erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber dem "Wall Street Journal".

Andere Analysten vertraten die Ansicht, daß die Fragen nach Dells Verlusten aus Devisengeschäften dem Unternehmen bereits seit einigen Monaten zu schaffen machen würden. Allerdings sei Korus der erste, der deshalb die Bewertung des Mail-order-Spezialisten von "neutral" auf "underperform" heruntergesetzt habe.

"Es gibt keine neuen Informationen", sagte Eugene Glazer, Analyst bei Dean Witter Reynolds, dem Wirtschaftsblatt. "Das wußte ich alles schon. Es handelt sich nur um neue Spekulationen."