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01.02.2002 - 

Direktanbieter zunächst chancenlos gegen IBM und Compaq

Dell entdeckt Services als Geschäftsfeld

MÜNCHEN (CW) - Dell plant, sein Servicegeschäft weiter auszubauen. Insiderberichten zufolge will der PC-Direktanbieter seinen Unternehmenskunden künftig auch Highend-Dienstleistungen anbieten. Konkurrenten wie IBM, Hewlett-Packard und Compaq haben in diesem Geschäftsfeld einen kaum einzuholenden Vorsprung.

Laut den Berichten aus firmennahen Kreisen soll die neue Serviceeinheit am 4. Februar dieses Jahres offiziell vorgestellt werden. Demnach wird die Professional Services Division ihren Platz unter dem Dach von Dells Technology Consulting Group (DTC) finden.

Auch der Chef der Service-Unit steht bereits fest. Jeff Lynn leitete zuvor Compaqs Global Services Division und hat erst Ende 2001 seinen Abschied bei Compaq genommen. Bei Dell bekleidet der 52-jährige Manager die Position eines Vice President Professional Services.

Unter Lynns Leitung soll auch das Beratungsgeschäft weiter forciert werden. So will der Direktanbieter nicht nur mit Integrationsservices und Web-Hosting, sondern auch mit E-Business-Beratung Unternehmenskunden ansprechen. Nach Einschätzung von Insidern bedeutet der Vorstoß in das Professional-Services-Segment, dass sich Dell auf eine Zukunft als PC-Hersteller allein nicht verlassen will.

Damit verschärft sich der Wettbewerb mit IBM, Compaq und Hewlett-Packard (HP), die sich bereits seit Jahren im Servicegeschäft etabliert haben. Bislang standen sich die Konkurrenten hauptsächlich im Produktbereich mit PCs, Servern und Speichern gegenüber. In einem Service-Ranking von International Data Corp. (IDC) taucht der Name Dell nicht auf den ersten 30 Plätzen auf. IBM dagegen führt die Rangliste an. Compaq und HP finden sich unter den Top Ten.

Inwieweit das künftige Dienstleistungsangebot bereits bestehende Verträge mit externen Serviceunternehmen beeinflussen wird, ist noch unklar. Vor einem Jahr haben die Texaner einen Servicepakt mit Unisys geschlossen. Danach übernimmt der Server-Spezialist Dienstleistungen wie Installation, Support, Garantie sowie Netz- und Systemintegration für einen Teil von Dells Produktpalette. Insider argwöhnen, mit dem Ausbau des eigenen Service sei die Partnerschaft am Ende. Ein Dell-Sprecher will die Gerüchte rund um das Servicegeschäft nicht kommentieren. Die Kooperation mit Unisys sei jedoch nicht gefährdet. Auch bei Unisys fürchtet man angeblich nicht das Ende der Zusammenarbeit mit Dell.

Nach Einschätzung von Analysten ist Dell gut beraten, die Kooperation weiterzuführen. Für die Texaner werde es nicht einfach, schnell genügend qualifizierte Leute zu finden, argumentiert Rob Enderle von der Giga Information Group Inc. Selbst der Branchenriese IBM sucht zurzeit vergeblich nach hoch qualifiziertem Personal für die Unternehmenseinheit Global Services. Außerdem dauere es seine Zeit, eine schlagkräftige Serviceorganisation im Enterprise-Umfeld aufzubauen. Dell werde viele Jahre benötigen, um eine Spitzenposition zu erreichen. (ba)