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Stehen dem PC-Direktvertreiber härtere Zeiten bevor?

Dell enttäuscht trotz höheren Gewinns die Analysten

19.11.1998
MÜNCHEN (CW) - Auch im dritten Quartal 1998 konnte Dell Computer Corp. mit einem außerordentlich hohen Gewinn- und Umsatzzuwachs glänzen. Trotzdem fiel der Kurs der Dell-Aktie um fast 15 Prozent - die meisten Analysten hatten offenbar ein noch besseres Ergebnis erwartet.

Dem texanischen PC-Direktvertreiber gelang es nach den jetzt vorliegenden Zahlen für das dritte Quartal 1998, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn um mehr als 50 Prozent zuzulegen. Die Einnahmen stiegen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 51 Prozent von 3,19 auf 4,82 Milliarden Dollar, der Gewinn nach Steuern kletterte um 55 Prozent von 248 auf 384 Millionen Dollar. Pro Aktie bilanzierte das Unternehmen einen Nettoertrag von 28 Cent, 65 Prozent mehr als im dritten Quartal 1997.

Trotz dieser beeindruckenden Ergebnisse fiel der Kurs der Dell-Aktie bei Bekanntwerden der Zahlen binnen eines Handelstages um fast 15 Prozent. Nach einem Rekordwert von 73,50 Dollar Mitte vergangener Woche rangierte die Notiz am Montag nur noch bei etwas mehr als 63 Dollar. Experten führen dies auch auf die Tatsache zurück, daß die PC-Company offenbar Opfer ihres eigenen Erfolges geworden ist. So hatten sich die meisten Analysten an der Wall Street auf eine Gewinnprognose von 27 Cent pro Aktie festgelegt; das offizielle Ergebnis lag nur unwesentlich darüber. Gleichzeitig blieb der Umsatz unter dem erwarteten Minimum von fünf Milliarden Dollar.

Entscheidender als die enttäuschten Analysten dürfte jedoch die Maßnahme von Compaq gewesen sein, eine eigene Web-Seite für den PC-Direktvertrieb vorzustellen. Die meisten Börsianer werten dies als die seit längerem erwartete Kampfansage des PC-Weltmarktführers an Dell. Noch vermag allerdings die Eckhard-Pfeiffer-Company dem Erzrivalen in Sachen Internet-Business nicht das Wasser zu reichen. So konnte Dell zuletzt seinen täglichen Umsatz über das Web auf mehr als zehn Millionen Dollar steigern.

Ungemach könnte Dell aber noch von anderer Seite drohen. Immer mehr Kenner des PC-Marktes gehen davon aus, daß die Company von den Umsatzsprüngen samt satten Margen der jüngeren Vergangenheit Abschied nehmen muß. Schon jetzt wird aufmerksam registriert, daß beispielsweise das Desktop-Geschäft von Dell im zweiten und dritten Quartal nur um jeweils acht Prozent zunahm, während die entsprechenden Wachstumsraten weltweit mehr als zehn Prozent betrugen. Auch wenn man dabei berücksichtigen muß, daß Wettbewerber wie IBM und Compaq die Läger ihrer Wiederverkäufer und Vertriebspartner massiv auffüllten, bedeute dies, wie es in einer Analyse der US-Investmentbank Piper Jaffray heißt, daß der PC-Direktvertreiber seinen "eigenen potentiellen Kundenstamm ausgereizt hat". Jetzt müsse man die "großen Wettbewerber direkt angreifen", und das sei "um einiges schwieriger".