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08.02.2002 - 

Linux-Cluster sollen Enterprise-Geschäft stärken

Dell lässt sich von Cray im Highend helfen

MÜNCHEN (CW) - Dell und Cray wollen mit hoch skalierbaren Cluster-Systemen zukünftig im Markt für High-Performance-Computing (HPC) gemeinsame Sache machen. Während Dell vom renommierten Namen des Supercomputing-Spezialisten profitieren möchte, will Cray auf das Server-Portfolio und die breite Kundenbasis von Dell zurückgreifen.

Laut den bislang bekannt gewordenen Einzelheiten gehen die Vereinbarungen über ein reines OEM-Abkommen, in dessen Rahmen die Unternehmen gegenseitig ihre Hardware vermarkten, hinaus. Dell und Cray werden demnach auch in den Bereichen Technologieentwicklung und Service zusammenarbeiten. Kunden, die über das entsprechende Cluster-Know-how verfügen, werden nach wie vor direkt von Dell mit der notwendigen Hardware bedient. Kommen jedoch zu dem reinen Produktgeschäft Dienstleistungen wie Evaluierung, Installation und Wartung hinzu, übernimmt Cray den Auftrag.

Ferner erhalten die Cray-Techniker Einblick in die Server-Roadmap des texanischen Direktanbieters. Damit bekommen sie Informationen darüber, was Chiphersteller Intel sowie andere Hardwareanbieter im Umfeld der Intel-Plattformen in einem Zeitrahmen von etwa fünf Jahren planen. Dem Abkommen zufolge hat Cray künftig auch Einfluss auf das Systemdesign der Dell-Server im Sinne der HPC-Eignung. Zu finanziellen Einzelheiten des Deals wollte keiner der Beteiligten Stellung beziehen. Das Abkommen ist vorerst auf drei Jahre befristet und wird automatisch verlängert.

Der HPC-Anbieter aus Seattle wird Dell-Cluster auf Basis von "Poweredge"-Servern anbieten. Als Betriebssystem kommt Red Hat Linux in der Version 7.2 zum Einsatz, erklärt Cray-Sprecher Steve Conway. Daneben setzt der Hersteller Hard- und Software von Myricom und Quadrics ein, die das Clustering unterstützen.

Dell bietet bislang Cluster-Systeme mit acht bis 64 Maschinen an. Der in Round Rock ansässige Hersteller kooperiert dabei mit Softwareanbietern wie MPI Software Technology und Paralogic. Die Preise beginnen bei etwa 75000 Dollar.

Bislang konnte sich Dell im Ranking der Top 500 im Supercomputing-Segment nicht besonders profilieren. Nur vier Systeme basieren auf der Hardware der Texaner. So setzt beispielsweise das US-amerikanische Unternehmen Western Geco zwei Poweredge-Cluster mit 128 und 256 Knoten zur Analyse von geophysikalischen Daten ein. Die Sandia National Labs in Albuquerque, New Mexico, nutzen ein Cluster aus 128 Dell-Workstations als Teil eines Projekts für die Simulation von Atombombenexplosionen.

Debra Goldfarb, Expertin für den Server-Bereich bei International Data Corp. (IDC), geht davon aus, dass mit den Cluster-Angeboten auf Basis von Standardhardware sich auch für kleinere Unternehmen Möglichkeiten ergeben, HPC-Systeme einzusetzen. Nach Einschätzung von Tom Manter, Analyst bei der Aberdeen Group, sei die Kooperation mit Cray die richtige Strategie für Dell. Denn nur mit einem renommierten Partner könne der Hersteller, der sich bislang lediglich im PC- und Lowend-Server-Segment einen Namen gemacht hat, im HPC-Bereich bestehen. Allerdings werde es trotzdem einige Jahre dauern, bis sich die Texaner neben großen Namen wie IBM, Hewlett-Packard, Compaq und SGI im Markt für Supercomputing etabliert hätten. (ba)