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27.04.2001 - 

Weltweiter PC-Markt wächst um magere 3,5 Prozent

Dell löst Compaq als Nummer eins ab

MÜNCHEN (CW) - Den jüngsten Zahlen der Marktforscher zufolge setzt sich auch im ersten Quartal dieses Jahres die Krise im PC-Markt fort. Weltweit konnten die Hersteller laut Dataquest 3,5 Prozent mehr Rechner absetzen als ein Jahr zuvor. Das ist die niedrigste Steigerungsrate seit Beginn der PC-Statistiken im Jahr 1993. Lediglich Dell trotzte dem allgemeinen Trend. Die Texaner steigerten ihren Absatz um über 30 Prozent und lösten Compaq als weltweiten Marktführer ab.

Laut den Untersuchungen der Marktforscher von Dataquest konnten die PC-Hersteller weltweit in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 32,5 Millionen Rechner verkaufen. Das bedeutet ein Plus von mageren 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Analysten von International Data Corp. (IDC) ermittelten in ihren vorläufigen Zahlen sogar nur 2,8 Prozent Wachstum. Für eine Branche, die in den vergangenen Jahren von Zuwachsraten deutlich im zweistelligen Bereich verwöhnt wurde, bedeuten die jetzt veröffentlichten Statistiken nach dem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft des letzten Jahres einen weiteren Tiefschlag.

PC-Märkte nähern sich der SättigungsgrenzeDie Analysten haben verschiedene Gründe für die Schwäche in der PC-Industrie ausgemacht. Vor allem die Absatzprobleme im europäischen und US-amerikanischen Markt, auf denen zusammen etwa 60 Prozent des weltweiten Geschäfts anfallen, bereiten den Anbietern Probleme. Auch das Geschäft in Lateinamerika und Asien hat sich merklich abgekühlt. Allerdings dürfe man die Schuld an der Misere nicht allein der abflauenden Konjunktur in die Schuhe schieben, erklärte der Gartner-Analyst Todd Kort. Die Märkte näherten sich allmählich der Sättigungsgrenze, und die Hersteller müssten sich bald etwas einfallen lassen, um ihre PCs an den Mann zu bringen.

Der Hinweis auf die Leistung der Rechner reiche heute nicht mehr aus. Viele Anwendungen benötigten nicht die Kapazität der neuesten PCs, so die einhellige Meinung der Marktforscher. Der Zeitraum, nach dem sich die Anwender einen neuen Rechner zulegten, sei außerdem von etwa drei auf vier Jahre gestiegen.

Die schwachen Zahlen hatten sich in den Gewinnwarnungen und schlechten Quartalsergebnissen der letzten Wochen bereits angedeutet. So musste beispielsweise Hewlett-Packard (HP) seine Gewinnerwartung für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres um die Hälfte nach unten korrigieren. Direktanbieter Gateway schrieb zum ersten Mal seit vier Jahren rote Zahlen und verbuchte einen Verlust von 503 Millionen Dollar in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Im weltweiten Ranking der PC-Hersteller vollzog sich im ersten Quartal eine Wachablösung. Dell verkaufte zum ersten Mal mehr Rechner als Konkurrent Compaq und übernahm damit die Pole Position im PC-Markt. Der texanische Direktanbieter konnte entgegen dem allgemeinen Trend mit 4,16 Millionen verkauften PCs seinen Absatz um 34,4 Prozent steigern. Damit baute Dell seinen Marktanteil von 9,9 auf 12,8 Prozent aus. Compaq dagegen, das die weltweite Rangliste von 1994 bis 2000 anführte, vermochte mit einem Absatzplus von lediglich 0,3 Prozent seinen Anteil nicht zu halten und rutschte von 12,5 auf 12,1 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen HP (7,3 Prozent), IBM (6,2 Prozent) und NEC (4,5 Prozent).

PC-Hersteller verbuchen in den USA ein Minus von 3,5 ProzentIm US-Markt, der laut Dataquest mit einem Minus von 3,5 Prozent erstmals sinkende Absatzzahlen verzeichnete, konnte Dell seinen Vorsprung ausbauen. Mit einem Absatzplus von 30,4 Prozent steigerten die Texaner ihre Anteile von 17 auf 23 Prozent. Das Nachsehen hatte auch hier Compaq, das mit stagnierenden Absätzen einen Marktanteil von 12,1 Prozent erreichte.

Lediglich in Europa, dessen PC-Markt laut den Analysten von Context mit 8,25 Millionen verkauften Rechnern um sieben Prozent und damit über dem weltweiten Durchschnitt zulegen konnte, behielten die Texaner ihre Spitzenpostion. Zwar büßte der Hersteller 1,7 Prozentpunkte Marktanteile ein, doch mit 13,1 Prozent liegen die Texaner noch deutlich vor ihrem Verfolger Dell, der seine Anteile von 8,7 auf 10,6 Prozent steigern konnte. Auf Platz drei folgt HP mit 9,3 Prozent. Verlierer im europäischen Markt ist Fujitsu-Siemens Computers (FSC). Der Marktanteil des deutsch-japanischen Joint Ventures sank von 11,2 auf 9,2 Prozent. Damit rutschte FSC vom zweiten auf den vierten Rang des europäischen Rankings.

Ein Ende der Krise im PC-Markt ist bislang nicht abzusehen. Zwar beschwören die Hersteller einen Aufschwung für die zweite Jahreshälfte herauf, eine schlüssige Begründung dafür bleiben sie jedoch schuldig. Auch die Marktforscher beurteilen die Zukunft eher pessimistisch. Von den Wachstumsraten der letzten Jahre müssten sich die Anbieter endgültig verabschieden, erklärt IDC-Analyst Roger Kay. Allerdings herrscht auch in Kreisen der Auguren Unsicherheit. Wann die Talsohle erreicht sein werde, könne man nicht sagen, urteilt Kay.

Der Preiskampf im PC-Markt dürfte in den nächsten Monaten noch härter werden. Die beste Ausgangsposition hat Direktanbieter Dell. Durch das Built-to-Order-Prinzip könnten die Texaner Preissenkungen bei den Komponenten schneller an ihre Kunden weitergeben als die Konkurrenz, erklärt Gartner-Analyst Kort. Die hohen Zuwachsraten des Herstellers aus Round Rock zeigen allerdings auch eine Schattenseite. Die Führung im Markt haben sich die Verantwortlichen mit sinkenden Margen erkauft. Wie sich das in den Bilanzen auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Abb: Weltweiter PC-Markt im ersten Quartal 2001

Dell entreißt Compaq die PC-Krone. Trotz der allgemeinen Flaute kann der texanische Direktanbieter seine weltweiten Absätze um 34,3 Prozent steigern. Mit einem Marktanteil von 12,8 Prozent überholt Dell damit Compaq, dessen Absätze stagnieren. Quelle: Dataquest