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23.05.2006 - 

Kolumne

Dell setzt Intel unter Druck

Wenn Dell, der weltweit größte Anbieter von PCs und PC-Servern, bekannt gibt, dass er künftig seine Rechner neben Intel- auch mit AMD-Prozessoren ausstattet, dann ist das mehr als eine Entscheidung für einen alternativen Lieferanten. Das riecht nach Unzufriedenheit und erweckt den Eindruck, Dell wolle Druck aufbauen. Dass Intels Preispolitik ein wichtiger Auslöser für Dells Schritt Richtung AMD gewesen ist, darf als sicher angenommen werden. Außerdem brauchten die Texaner angesichts ihres durchwachsenen Ergebnisses aus dem ersten Quartal eine positive Nachricht, die den Wachstumsphantasien der Börsianer Nahrung geben und gleichzeitig von den bescheidenen Resultaten ablenken kann. Allerdings sollte man die Ankündigung nicht als nur taktisches Manöver abtun. Wenn man bedenkt, dass der PC-Markt Analysten zufolge in den nächsten Jahren weltweit nur noch einstellig wachsen soll, kann man ermessen, wie hart der Konkurrenzkampf zwischen AMD und Intel möglicherweise wird. Intel konnte das Wachstum seines Wettbewerbers nicht zuletzt durch entsprechende Patente über Jahre hinweg kontrollieren. Doch spätestens seit AMD als erster CPU-Anbieter mit dem Opteron eine eigene Prozessorarchitektur vorlegen konnte, die 32- und 64-Bit-fähig ist, hat sich der bisherige Nischenspieler vom Quasi-Monopolisten emanzipiert. Zwar ist Intel mit einem Umsatz von knapp neun Milliarden und einem Betriebsgewinn von 1,7 Milliarden Dollar immer noch fast siebenmal so groß wie der kleine Rivale, aber AMD wächst. Während der Gigant im ersten Quartal 2006 gegenüber Vorjahr Gewinn und Umsatz einbüßte, legte AMD im gleichen Zeitraum deutlich zu und fuhr einen Betriebsgewinn von 259 Millionen Dollar ein, während das Unternehmen im Vorjahr noch einen Verlust zu beklagen hatte.

Und Ankündigungen wie die von Dell helfen dem Image natürlich weiter voran. In Zukunft könnten auch kleinere PC-Anbieter Mut fassen und größere Kontingente bei AMD bestellen. Durch die Dell-Ankündigung wird Intel nämlich künftig sicher genau überlegen müssen, ob es sich noch leisten kann, "Abtrünnige" etwas später und mit etwas weniger CPUs und Chipsets zu beliefern als Intel-treue PC-Anbieter. So gesehen trägt Dell zur Normalisierung dieses Marktes bei, der auch im Sinne des Anwenders niedrigere Gewinnspannen als 20 Prozent verträgt.

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