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30.09.1988 - 

US-Computerhersteller geht mit Optimismus auf den deutschen Markt:

Dell will Direktmarketing salonfähig machen

30.09.1988

FRANKFURT (CW) - Michael Dell, der dreiundzwanzigjährige Chief Executive Officer und Chairman of the Board der Dell Computer Corporation, Austin/Texas, stellte in Frankfurt sein Vertriebskonzept für den deutschen Markt vor. Er will professionelle Kunden erreichen, die Wert auf ein günstiges Preis/Leistungs-Verhältnis legen. Dell räumte ein, daß sein Engagement für den Mikrokanal verfrüht gewesen sei.

Bei uns wurde Dell erstmals bekannt, als das Unternehmen im vergangenen Sommer den ersten Mikrokanal-Clone ankündigte. Michael Dell bestätigte, daß ein Prototyp vorhanden sei, er aber damals den Markt falsch eingeschätzt habe: Er hatte geglaubt die Marktmacht von IBM werde dafür sorgen, daß die Mikrokanalarchitektur (MCA) sich in breiten Anwenderschichten durchsetzen werde. Die Vorteile der MCA seien jedoch von den Anwendern nicht erkannt worden. Außerdem fehle es an Anwendungen, geeignete Software werde nicht vor 1989/90 verfügbar sein.

AT-Maschinen könnten demgegenüber voll genutzt werden und werden von den Kunden verlangt. Deshalb konzentriere er sich jetzt voll auf den AT-Bus und liefere keine MCA-Maschinen aus. Falls jedoch solche Geräte von breiteren Kundenkreisen gewünscht werden, stehe Dell bereit, sie auszuliefern. Der kürzlich vorgestellte EISA-Bus (siehe CW Nr. 38 Seite 1) ist für Dell eine logische Fortsetzung des AT-Busses. Deshalb wolle er sobald wie möglich auch Geräte mit dem EISA-Bus liefern.

Die deutsche Dell Computer GmbH mit Sitz in Langen bei Frankfurt ist eine hundertprozentige Tochter der Dell Computer Corp. Nach einer britischen ist es die zweite Niederlassung des Unternehmens in Europa. Langen soll nicht nur der Sitz von Vertrieb und Service sein, sondern auch der Standort eines Fertigungswerkes. Deutschland-Geschäftsführer Michael P. Ammel soll das in den USA und Großbritannien erprobte Dell-Vertriebskonzept in Deutschland umsetzen: Dell vertreibt seine AT-kompatiblen PCs direkt an den Anwender. Durch das Ausschalten des Handels will er damit - wie schon in den USA und Großbritannien - die Preise der Konkurrenz unterbieten. Im Fall kleinerer Kunden erfolgt der Vertrieb über Telefonmarketing direkt an den Abnehmer, während Unternehmen und Behörden durch Verkaufs- und Beratungsteams betreut werden.

Die Geräte werden nach Kundenwunsch konfiguriert, getestet und dann über eine Spedition ausgeliefert. Ab Lieferdatum hat der Kunde ein Rückgaberecht innerhalb von 30 Tagen, ein Jahr Garantie einschließlich telefonischer Hotline und kostenloser Vor-Ort-Reparatur. Der Reparaturservice wird in Deutschland von Triumph-Adler durchgeführt.

Zunächst bietet Dell zwei AT-kompatible Systeme an: Beim System 220 handelt es sich um einen 286er-Rechner mit VGA-Grafik, 1 Megabyte Hauptspeicher, der bis auf 8 Megabyte aufgerüstet werden kann, einer 40-Megabyte-Festplatte und einem 1,4-Megabyte-Diskettenlaufwerk.

Der Preis für diese Konfiguration beträgt 7495 Mark plus Mehrwertsteuer. Ein Prozessor 80386 mit einer Taktfrequenz von 20 Megahertz ist das Herzstück des Systems 310. Die Grundkonfiguration (9995 Mark plus Mehrwertsteuer) umfaßt VGA-Grafik, 1 Megabyte RAM - erweiterbar auf 16 MB -, 40-Megabyte-Platte - erweiterbar auf 322 MB - und ein 1,44-MB-Diskettenlaufwerk. Geplant sind außerdem ein System 200 für unter 4000 Mark, speziell für den Einsatz als intelligentes Terminal in Netzwerken. Das System 325, ein 386er-Rechner mit einer Taktfrequenz von 25 Megahertz , soll im Laufe des nächsten Jahres auf den deutschen Markt kommen.