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05.12.1980 - 

Siemens, HB und Univac holen auf:

Dem blauen Schneewittchen folgen Zwerge

Als Band VIII der nun schon bestens eingeführten OCG-Schriftenreihe erschien "EDV-Markt- und Vertragssituation in Österreich". Unter Leitung des EDV-Nestors Professor Fritz Neeb wird basierend auf dem Material der alljährlichen Diebold-Statistiken ein Überblick des österreichischen EDV-Markts und seiner Trends gegeben. Der zweite Teil befaßt sich mit den Herstellerverträgen und den von der OCG vorgeschlagenen Standard-Vergaberichtlinien. Im Rahmen der sonst eher wissenschaftlichen Schriftenreihe der Österreichischen Computergesellschaft eine sehr anwender- und marketing-orientierte Broschüre zum Preis von 170 Schilling.

Der erste Teil, in dem vor allem die Marktsituation bei den Computerklassen 4 bis 10 (Kaufpreis größer als 700 000 Schilling) behandelt wird, läßt eine Menge interessanter weiterer Rückschlüsse zu. So stellen beispielsweise die Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit 39 Prozent der Installationsbasis die zahlenmäßig meisten Systeme, die Kredit- und Versicherungsunternehmen jedoch haben mit 25 Prozent den größten Anteil am Anlagenwert.

Die teursten Systeme stehen mit einem Durchschnittswert von 12,9 Millionen Schilling ebenfalls bei Banken und Versicherungen, die Handelsunternehmen finden mit 2,6 Millionen Schilling das Auslangen (Bild 1). Während Siemens, Univac und IBM mit Anlagenwerten zwischen 7 bis 13 Millionen Schilling relativ komfortabel kalkulieren können, muß sich Philips mit weniger als einer Million beim Service sicher sehr anstrengen.

In allen Bereichen vorne

In sämtlichen Branchen ist IBM Spitzenreiter. In der Erdöl-lndustrie sowie bei Ländern und Gemeinden ist das blaue Schneewittchen sogar um satte zehnmal größer als der nächstfolgende Zwerg, in beiden Fällen Honeywell. Auf die geringste Distanz konnte sich Siemens in der Elektroindustrie heranarbeiten. Hier ist IBM "nur" um 50 Prozent größer. Auch Honeywell im Handel und Univac bei Sozialversicherungen haben sich dem Marktführer in diesen Branchen genähert.

In den österreichischen Bundesländern hat IBM in Wien und Kärnten eine qualifizierte Mehrheit von 67 respektive 72 Prozent. In Niederösterreich (plus Burgenland) und in der Steiermark hingegen entschied sich jeweils eine knappe Mehrheit der Anwender nicht für IBM. Größte Zweite konnten Honeywell in Niederösterreich (23 Prozent), Univac in der Steiermark (22 Prozent) und ICL in Vorarlberg (20 Prozent) werden. In Tirol und Steiermark dürfte allerdings das jeweilige Universitätsrechenzentrum das Bild etwas verfälschen.

Im Jahr 1978 änderten die meisten Hersteller ihre Preispolitik und machten den Kauf günstiger. Damit wird ein Vergleich der Anlagenwerte über mehrere Jahre sehr problematisch. Ein großer Teil der Darstellung der Marktsituation ist der notwendig gewordenen Neubewertung der Anlagen gewidmet. Sie ist eine fast unentbehrliche Voraussetzung, um die jährlichen Diebold-Statistiken richtig interpretieren zu können.

Der zweite Teil ist der Vertragsgestaltung gewidmet. Großes Verdienst messen sich die Autoren, die zumeist auch im Arbeitskreis "Ökonomische und rechtliche Aspekte von EDV-Leistungsverträgen" der OCG sitzen, an einem Bewußtseinswandel von Anbietern und Anwendern zu. Leider wollten diejenigen, die die neuen Vergaberichtlinien bei ihren Lieferanten durchsetzen konnten, nicht genannt werden.

Informationen: Österreichische Computergesellschaft, 1090 Garnisong. 7/21, Tel.: 42 4121 Vertrieb über den Oldenbourg-Verlag, München.