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10.04.1998 - 

Kolumne

"Dem E-Commerce fehlt Zusatznutzen"

In Deutschland sind im vergangenen Jahr nach Schätzungen von Marktauguren nicht mehr als 900 Millionen Mark im elektronischen Handel umgesetzt worden. Gemessen am Gesamtvolumen des hiesigen Einzelhandels von 715 Milliarden oder an den Einnahmen des gut 40 Millarden Mark schweren Versandhandels sind das trotz der nur rund zehn Millionen Bürger mit Internet-Zugang bescheidene Zahlen.

Dabei wird die fehlende Sicherheit der Transaktionen immer wieder als der wichtigste Grund für das bisherige Ausbleiben des auch für Europa prophezeiten E-Commerce-Booms genannt.Dieses Argument zählt aber nur teilweise.Schließlich dürften in besagte Schätzungen auch die transaktionsfreien Internet-Geschäfte eingeflossen sein.Bei denen wird zwar online bestellt, aber nicht bezahlt, sondern eine Rechnung verschickt oder per Nachnahme kassiert.Ob hier tatsächlich aufgrund der manchmal irrationalen Bedenken vieler Kunden - weiß jeder, was der Kellner mit der Kreditkarte macht, wenn er sie angeblich zur Kasse bringt? - so verfahren wird, ist fraglich.

Den Beobachter beschleicht mitunter der Verdacht, daß die schleppende Entwicklung auch an den E-Commerce-Lösungen der Verkäufer liegen könnte, die nur lose oder gar nicht in die traditionellen Vertriebswege und -prozesse der Firmen eingebunden sind.Diese Vermutung bestätigt sich, wenn Unternehmen zwar auf ihren Web-Sites eine Bestellmöglichkeit anbieten, den Interessenten nach empfangener Online-Order aber anrufen und bitten, den Auftrag schriftlich per Post oder Fax abzusenden.

Außerdem kann kaum ein Internet-Händler erklären, warum jemand sich zunächst einen Rechner, ein Modem oder noch besser eine ISDN-Verbindung anschaffen, einen Internet-Provider und einen TK-Carrier bezahlen soll, um online das zum gleichen Preis einzukaufen, was er in der Regel auch in einem Geschäft in seinem Stadtviertel bekommen kann.Zugegeben, die ebenfalls bisher nur prognostizierten Preisückgänge für PCs, Settop-Boxen, TK-Kosten etc. können noch eintreten.Aber interessant ist die Frage trotzdem, ob sich nicht mehr Online-Käufer finden ließen, wenn die Händler den Surfern entweder einen nennenswerten Preisvorteil gegenüber dem klassischen Einkauf einräumen würden oder aber Waren anböten, die es woanders nicht gibt - Zusatznutzen eben.