Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.12.2000 - 

Rückkaufprogramm für Stockoptions angekündigt

Dem Internet-Dienstleister March First geht offenbar das Geld aus

MÜNCHEN (CW) - Dem US-amerikanischen Internet-Dienstleister March First fehlen 100 Millionen Dollar. Wie aus den Akten der amerikanischen Börsenaufsicht SEC hervorgeht, benötigt die Company die Summe, um ihre Geschäfte weiter finanzieren zu können.

27 Millionen Dollar hat March First noch in seiner Kasse. Zu wenig, so die neuesten Berechnungen, um den Betrieb zumindest bis Ende dieses Jahres weiterführen zu können. Sollte es den Chikagoern nicht gelingen, schnell neue Finanzierungswege aufzutun, sehen Analysten schwarz für die Zukunft der noch vor einigen Monaten hochgejubelten Firma, in die unter anderem auch Softwareriese Microsoft investiert hat.

Erst vor gut sechs Monaten war March First aus einem Zusammenschluss des IT-Dienstleisters Whittman Hart, der Web-Agentur US Web/CKS sowie dem Beratungshaus Mitchell Madison hervorgegangen. Zwar hatte President Tom Metz Ende Oktober verkündet, die Integration der Firmen sei - "bis auf Kleinigkeiten" - abgeschlossen, doch Branchenbeobachter bezweifeln diese Aussage. Schließlich galt es nicht nur, die drei genannten Firmen zu verknüpfen, sondern das Unternehmen hatte mit Altlasten zu kämpfen, da noch vor dem Zusammenschluss eine ganze Reihe kleinerer Firmen gekauft worden waren. Erschwerend kommt hinzu, dass March First in einem derzeit ohnehin schwierigen Markt operiert, auch Konkurrenten wie Razorfish oder Viant enttäuschten mit ihren Ergebnissen.

Wie die Company sich aus dem Finanzdebakel retten will, bleibt zunächst unklar. Eine ursprünglich für Mitte November vorgesehene Analystenkonferenz verschob das Unternehmen aus aktuellem Anlass auf Ende des Monats. Als erste Konsequenz wurde vor zwei Wochen die Entlassung von 1000 Mitarbeitern angekündigt. Nun überraschte March First mit einem Rückkaufprogramm für Aktienoptionen der Mitarbeiter. Eine recht ungewöhnliche Maßnahme, die die Gesellschaft mit einer langfristigen Bindung der Beschäftigten begründet. Diese sollen ihre Optionen zurückgeben und nach sechs Monaten für je drei abgegebene Scheine einen neuen erhalten - auf Basis des dann aktuellen Kurses. Es steht zu vermuten, dass March First dadurch frei gewordene Aktien verkaufen und damit zumindest einen Teil der benötigten Mittel erhalten möchte.

Doch bei dem derzeitigen Aktienkurs von knapp zwei Dollar, das Jahreshoch lag bei über 80 Dollar, kann sich die Taktik auch schnell als ein Spiel mit dem Feuer erweisen. Was, wenn niemand die Aktien kaufen will, und was, wenn sich der Kurs auch nach einem halben Jahr nicht erholt haben sollte? Die Company, die zudem mit potenziellen Kapitalgebern verhandelt, ist anscheinend gezwungen, jeden Strohhalm zu ergreifen, der sich bietet.