Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

31.05.2002 - 

Tools für den elektronischen Einkauf

Dem Mittelstand ist E-Procurement zu teuer

MÜNCHEN (fn) - Auf der Nürnberger Messe E-Procure zeigten die Anbieter von Highend-Systemen, wie SAP, Ariba und Commerce One Flagge. Mehr Aufmerksamkeit erhielten jedoch Hersteller von Zusatz-Tools für die Katalogerstellung und die Produktdatenpflege. Diese Programme enthalten eigene Bestellsysteme oder lassen sich in Lösungen der etablierten Spezialisten integrieren.

Viele Unternehmen liebäugeln mit E-Procurement-Systemen, um Kosten bei der Beschaffung einzusparen. Doch wie sich zeigt, sind es vorwiegend größere Unternehmen, die entsprechende Produkte einführen. Den Mittelstand konnten die Anbieter solcher Lösungen bisher nicht gewinnen. Obschon Interesse für das Konzept besteht, scheuen mittelständische Betriebe oft noch die hohen Einführungskosten. "Selbst 15000 Euro ist für diese Klientel noch zuviel", bringt es ein Hersteller auf den Punkt. Möglicherweise erhalten Firmen dieser Größe dennoch Zugriff auf elektronische Einkaufssysteme, und zwar über Verbände, die für ihre Mitglieder entsprechende Anwendungen betreiben. Auf diese Zielgruppe hat es zum Beispiel der Mainzer Anbieter Ca Content mit seinem neuen Produkt "Ca Community" abgesehen. Die Software kombiniert laut Hersteller einen Online-Shop mit einer E-Procurement-Funktion. Das System wurde für Lieferanten und produzierende Unternehmen konzipiert. Diese seien so in der Lage, ihren Kunden Bestellfunktionen sowie Online-Kataloge über einen Web-Shop zur Verfügung zu stellen. Die Einkäufer benötigen nur einen Web-Browser, zusätzlich lässt sich aber auch deren ERP einbinden. Der integrierte Katalog-Manager erlaubt es, Sortimente, Preise und Rabatte für unterschiedliche Kunden zu erzeugen. Die Kosten für das Gesamtsystem beginnen bei etwa 50000 Euro.

Auch der Anbieter Poet aus Hamburg nahm die Messe zum Anlass, ein neues Produkt vorzustellen. Seine Katalog-Engine "E-Buyer Catalog 2.0" soll im Juli auf den Markt kommen. Eine überarbeitete Suchmaschine gestattet es Einkäufern in Unternehmen über Attribute, Thesauri sowie eine fehlertolerante Produktrecherche in Lieferantenkatalogen vorzunehmen. Firmen können das Produkt gemeinsam mit den E-Procurement-Systemen von Ariba, SAP und Commerce One betreiben. Als Preis gibt der Hersteller 16000 Euro an.

Eine neue Katalog-Management-Lösung hat auch Jcatalog aus Dortmund im Programm. Verbessert gegenüber der Vorgängerversion wurde die Such- und Pflegefunktion. Die Software "Buyfast" besteht aus einer Katalog- und einer Content-Engine. Während Einkäufer über die Katalogfunktion die zu bestellende Waren auswählen, können Lieferanten über die Content-Engine ihre Produktdaten pflegen. Diese Komponente erlaubt einen Datenimport unterschiedlicher Formate und stellt Validierungs- und Editierfunktionen zur Verfügung. Die Preise beginnen bei 30000 Euro.

Strategischer Einkauf

Zwar ebnet das Bestellen von Bürobedarf vielen Unternehmen den schnellen Einstieg ins E-Procurement, einige Unternehmen wollen jedoch darüber hinaus auch strategische Einkäufe elektronisch abwickeln. An sie wendet sich unter anderem der Stuttgarter Softwarespezialist Onventis. Er betätigt sich einerseits als Application-Service-Provider, vermarktet seine ASP-Technik aber auch an Kunden, die ihrerseits als Hoster auftreten wollen. Seine "Sourcing Solution" hat Onventis um die Komponente "Coordinated Sourcing" erweitert. Dieses Tool ermöglicht es Organisationen, wie etwa Verbänden, Konzernen oder Unternehmen mit Niederlassungen, ihre Beschaffung zu koordinieren, um dann Ausschreibungen zu initiieren beziehungsweise Lieferanten auszuwählen. Ein erster Kunde ist Schott Glas aus Mainz, der über das System weltweit den Einkauf von Maschinen abwickeln möchte. Die Onventis-Software löst dort ein System von Healy Hudson ab.

Abb: Komponenten eines Bestellsystems

Zusammenspiel der IT-Systeme von Einkäufer und Lieferanten am Beispiel von SAPs "Enterprise Buyer". Quelle: PricewaterhouseCoopers