Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.06.1991 - 

Umstiegswilliger DV-Spezialist vermißt kommerzielle Fähigkeiten

"Dem Unix-Betriebssystem fehlt es an der OLTP-Reife"

"Ich kann nur nicht vorstellen, daß eine umfassende DV ohne die Möglichkeiten der Online-Transaktionsverarbeitung sinnvoll möglich ist", macht Erich Dietrich* auf das Hauptmanko von Unix aufmerksam. Im Rahmen von Neuordnungsplänen seines Unternehmens hat er die Eignung des Betriebssystems für eine an der Profitcenter-Struktur orientierte DV-Organisation untersucht.

Unix hat inzwischen einen beachtlichen Marktanteil bei den Betriebssystemen erreicht, und die Prognosen gehen von weiteren Steigerungen aus. Dies scheint verständlich, nachdem sich inzwischen alle Hersteller sowohl von Soft- als auch von Hardware in der Unix-Welt einrichten. Wird in diesem Zusammenhang von Unix gesprochen, so entsteht der Eindruck, als handle es sich um ein Unix. Tatsächlich steht Unix gegenwärtig für etwa 40 bis 50 Unix-Derivate, die auf den drei verschiedenen Unix-Entwicklungslinien

- Xenix (Microsoft, SCO),

- Unix (AT&T) und

- Berkeley-Unix (BSD) basieren und durch Kombination untereinander, einschließlich der Erweiterungen von Anbietern, zu dieser Vielzahl angewachsen sind.

Als zukünftigen Unix-Anwender stellen sich in diesem Zusammenhang folgende Fragen:

- Wachsen alle Unix-Derivate anteilmäßig?

- Welche werden verschwinden?

- Welche werden überproportional im Unix-Bereich wachsen und damit zu einem verläßlichen De-facto-Standard?

Der Zwang zur Standardisierung wurde von den Vertretern der Unix-Vereinigungen wie auch der Anbieter immer wieder hervorgehoben. Die Hardwarehersteller begründeten die Notwendigkeit, vom Standard abweichende Erweiterungen anzubieten, wie folgt:

- Verbesserung der Funktionalität und damit Zwang zur Weiterentwicklung von Unix,

- bessere Nutzung der eigenen Hardware,

- Abgrenzung gegenüber den Mitbewerbern.

Will ich als Anwender im Unix-Umfeld größtmögliche Portabilität, was ja als ein Hauptziel des offenen Betriebssystems gilt, dann muß ich auf die Nutzung dieser anwenderspezifischen Erweiterungen verzichten, sofern dies möglich ist. Weitere Funktionen, wie TP-Monitoring und Tool-gestützte Systemüberwachung, die für mich vom Mainframe her in der kommerziellen Anwendungsumgebung selbstverständlich sind, fehlen in der Unix-Umgebung noch beziehungsweise sind erst angekündigt oder befinden sich in Arbeit.

Sehr große Bedeutung hat für mich die Frage: Was sind die Kriterien für die Entwicklung leistungsstarker Anwendungen in der Unix-Umgebung? Das Resümee lautet für mich:

- Unix ist ein zukunftsträchtiges Betriebssystem. Für anspruchsvolle Online-Transaktionsverarbeitung bei kommerziellen Anwendungen erscheint es mir noch nicht ausgereift.

- Unsere bisherige IV-Strategie, die operationalen Anwendungen auf Mainframe-Umgebung (VM/XA, MVS/XA und CICS) weitestgehend Online-transaktionsorientiert zu realisieren, war für unser Unternehmen richtig.

- Neue Online-Anwendungen, sofern diese nur bei einem kleinen Benutzerkreis lokal und nicht unternehmensweit zum Einsatz kommen, werden wir unter Unix einsetzen. Hierbei wollen wir auch Erfahrungen sammeln bezüglich der Informationsverarbeitung über verschiedene Rechnerebenen.