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25.10.2007 - 

Kolumne

Demo: Beispiele zum Nachahmen

Wie verhält sich ein Redakteur, wenn er von einer Veranstaltung begeistert ist, die aus dem eigenen Unternehmen kommt? Soll er sie verschweigen? Das wäre auch nicht neutral, vor allem, wenn es sich um ein Event handelt, das Maßstäbe setzt: formal und inhaltlich. Die Rede ist von der Demo Germany, die in der vergangenen Woche in München stattgefunden hat (siehe Seite 6). Über 20 junge Unternehmen aus ganz Europa haben dort neue Produkte und Business-Modelle vorgestellt. Jedes hatte sechs Minuten und musste ohne Powerpoint auskommen. Die Besucher Risikokapitalgeber, Presse und Unternehmer waren begeistert. In solcher Dichte und Originalität, so der Tenor, wurden bislang nirgendwo in Deutschland Innovationen im Hightech-Umfeld präsentiert.

Eine solche Atmosphäre ist bisher in Deutschland leider nicht gegeben. Das Klima für Gründer ist weiterhin rau, auch fehlt es an risikobereiten Ingenieuren und Informatikern. Die meisten von ihnen sehen ihre Zukunft bei Siemens oder SAP und nicht im eigenen Unternehmen.

Am Geld, wie vielfach angenommen, mangelt es dagegen nicht. Venture Capitalists, Business Angels, Fonds auch von großen Unternehmen und sogar Banken schauen wieder verstärkt nach lohnenswerten Newcomern. "Wir suchen Startups im Bereich Software as a Service", sagte der Vertreter eines VC während der Demo. Dabei blieb offen, ob er damit die Investitionsrichtung seines Unternehmens beschreiben wollte oder einfach nur auf einen guten Tipp aus war.

Geld macht zwar bekanntermaßen nicht glücklich, aber es kann über manche Hürde hinweghelfen. Fehlende Rahmenbedingungen beispielsweise lassen sich durch private Mittel überwinden. Was Kapital allerdings nicht herbeizahlen kann, sind Menschen, die sich trauen, etwas zu riskieren und ihre Ideen in einem eigenen Unternehmen umzusetzen. Um den entscheidenden Schritt zu tun, brauchen Entrepreneure ein förderliches Gründerklima und positive Beispiele. Sie müssen hören, wie es andere trotz aller Widerstände schaffen, ein Produkt zu entwickeln und eine Geschäftsstrategie durchzuhalten, und sie brauchen Feedback und Wertschätzung, um vielleicht den letzten Ansporn zu bekommen, es selbst zu versuchen. Die Demo Germany liefert solche Beispiele. Deshalb sind solche Veranstaltungen wichtig in Deutschland und wenn sie aus dem eigenen Unternehmen kommen, umso besser ;-)

Was meinen Sie? Wird in Deutschland genug für Gründer getan? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht als Gründer, als Unternehmer oder als Arbeitnehmer in einem jungen Hightech-Unternehmen? Diskutieren Sie mit unter http://blog.computerwoche.de