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25.10.2007

Demo Germany feiert glanzvolle Premiere

Innovation ist machbar: Originell und ideenreich präsentierten sich 20 junge Technologieunternehmen auf der ersten Demo-Veranstaltung in Europa.

Sechs Minuten sind sogar im schnelllebigen IT-Business eine kurze Zeit. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Veranstalter der ersten Demo Germany, die IDG Business Media GmbH und - als Executive Producer die Münchner Magnigroup, gleich 20 Mal die Gelegenheit hatten, in jeweils sechs Minuten Schicksal zu spielen: Sie ermöglichten es jungen Unternehmen aus Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt, ihre Produkte und Geschäftsideen auf großer Bühne im Deutschen Museum, München, zu präsentieren. Die rund 350 Personen umfassende Zuhörerschaft setzte sich aus Venture Capitalists, Finanzierungsexperten, Analysten, IT-Entscheidern und Vertretern der Wirtschafts- und Fachpresse zusammen.

Links zum Thema

www.demogermany.com

www.computerwoche.de/demo-germany

Powerpoint-freie Zone

Und das Publikum kam voll auf seine Kosten, denn die Demonstrators gaben alles, um in dieser kurzen Zeitspanne Eindruck zu machen. Ganz ohne Powerpoint präsentierten sie Technologie-Neuheiten aus den Bereichen Mobile Applications, Consumer Solutions, Enterprise Solutions & Infrastructure und Community, die in Vorträgen und Live-Demonstrationen zum Teil mit schauspielerischen Einlagen durchsetzt vorgeführt wurden. So überzeugte etwa das israelische Unternehmen Fring mit seiner mobilen VoIP- und Instant-Messaging-Lösung. Das Produkt wurde von Marketing-Chef Roy Timor Rousso und seinem Team so kurzweilig in Szene gesetzt, dass Fring letztendlich am Ende des Tages von den Besuchern zum "Demo God" gewählt wurde.

Die Lacher auf ihrer Seite hatten auch Vyro Games aus Irland mit ihrem Personal Input Pod (Pip) zur Stressbekämpfung. Die Company aus Dublin ließ zwei Teammitglieder in einem speziellen Wettlauf gegeneinander antreten, um deren Coolness auf offener Bühne zu testen. Das Besondere an dem Handy-Spiel: Je ruhiger der Puls der Rivalen schlug, desto schneller waren ihre Spielfiguren, zwei kleine Drachen, unterwegs.

Als skurril bis genial kann man auch die Software des russischen Unternehmens Red Square Ventures bezeichnen. "Mix Get" erlaubt es einer Gruppe von Menschen, Musikstücke am PC neu zu mischen und einzelne Komponenten (Gesang, Instrumente, Sound-Effekte) auf verschiedene Handys zu verteilen.

Doch auch Neuheiten für Business-Anwender sorgten für Aufsehen: Einen "Doping-Verdacht" äußerten bereits die US-amerikanischen Kollegen von "Infoworld", als Global Communications auf der "Demo Fall" seine Lösungen für die Bandbreitensteigerung auf der letzen Meile vorstellte. Das Unternehmen nutzt das Frequenzspektrum über dem DSL-Band, um über eine einfache Telefonleitung Übertragungsraten von mehr als 100 Mbit/s zu realisieren. Eine weitere Neuerung ist die Datenübertragung über einen breiten LED-Lichtstrahl, und das mit einer maximalen Geschwindigkeit von einem Gbit/s.

"Die Fülle an hochkarätigen Präsentationen, die wir für die erste Demo in Europa gewinnen konnten, ist beeindruckend", freute sich Karsten Ludolph von der Magnigroup zum Auftakt der Veranstaltung. Das Demo Advisory Board habe bewusst Unternehmen gewählt, die das Potenzial hätten, sich im globalen Marktumfeld zu behaupten.

Dass neun der 20 Demonstrators aus Israel, dagegen lediglich fünf aus Deutschland kamen, hängt stark mit der dortigen Wirtschaftsförderung und nur wenig mit mangelnder Innovation oder Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Gründerszene zusammen. So wies Executive Producer und Demo-Moderator Stefan Herbert darauf hin, dass die Magnigroup bei der Rekrutierung speziell ihre Kontakte zur israelischen Venture-Capital- und Gründerszene genutzt habe. Ideenreichtum und Geschäftssinn made in Germany bewies unter anderem Peter Rosenbeck, CEO der Ident Technology AG. Das Unternehmen aus Weßling bei München hatte gleich mehrere neue Produkte in petto. Für seinen Auftritt auf der Demo Germany entschied sich Rosenberg letztendlich für "Gestic". Die Technologie nutzt das elektrische Feld der menschlichen Haut aus, um Menschen virtuell mit Maschinen und Geräten kommunizieren zu lassen. Weitere Darsteller aus deutschen Landen waren die Geotagger von Locr sowie die Product Value Systems AG, die mit einer neuen Software die Lücken zwischen Marktforschung, Produkt-Management, Marketing und Vertrieb schließen will. Außerdem präsentierte die Karlsruher Stage Space AG eine Browser-basierende Lösung zur Einbindung von 3D-Welten in eine bestehende Internet-Plattform, während Tradoria demonstrierte, wie sich Händler mit einem Online-Shop-System von Plattformen wie Ebay unabhängig machen können.

Zum hohen Unterhaltungswert der Veranstaltung trugen neben den Demonstrators auch die launigen Statements prominenter Gäste bei. In seiner Keynote fasste Oliver Samwer, deutscher Vorzeigeunternehmer und Gründer von Alando.de und Jamba, noch einmal die Situation der deutschen Gründerszene in den vergangenen Jahren zusammen und wies darauf hin, dass das finstere Mittelalter nun endgültig vorüber sei. Eine Aussage, die die Anwesenden der Demo Germany angesichts des regen Networkings während des Events sicher unterschreiben.

Plattform für Innovationen

"Diese Art der Erfinder- und Startup-Konferenz fehlte schon seit langem im europäischen Unternehmerumfeld", so Rüdiger Spies, Analyst bei IDC Central Europe und Besucher der Veranstaltung. "Sie gibt neuen Ideen in Europa den notwendigen Raum. Es war eine ausgezeichnet organisierte Konferenz, die ihresgleichen sucht und Intellectual Property Owner, Venture Capital und Unternehmer in einer inspirierenden Umgebung zur Zusammenarbeit gebracht hat. Es ist zu hoffen, dass diese Konferenz eine dauernd wiederkehrende Einrichtung für das innovative Europa wird."

Michael Beilfuß, Geschäftsführungsmitglied bei IDG Business Media, bestätigte, dass für kommendes Jahr eine Wiederholung geplant ist. Interessierte können schon jetzt den 13. und 14. Oktober 2008 vormerken oder sich mit einer Geschäftsidee für die Demo Germany 2008 bewerben.