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19.11.1999 - 

Gast-Kommentar

DEN-Architektur: Zu hohe Ansprüche?

Walter Gora, Geschäftsführer bei Gora, Hecken & Partner, Sulzbach

Eigentlich scheint die Strategie der führenden Netzwerkhersteller logisch: Im Rahmen ihrer Directory-Enabled-Network-(DEN-) Architektur sollen künftig die Regeln für Quality of Service (QoS) aus den Verzeichnissystemen der Systemplattformen und Anwendungen heraus auf die Netzkomponenten verteilt werden. Immerhin sind es die Geschäftsanwendungen, die solche Ansprüche an die Dienstgüte stellen. Bei einem genauen Blick auf die DEN-Architekturen wird jedoch deutlich, daß das neue Zuweisungsprinzip strategisch fehlorientiert ist.

An den Schnittstellen zu den Verzeichnissystemen endet ja die Entwicklungskompetenz der Netzwerkhersteller. Hier residieren aber die Benutzerprofile mit den künftigen QoS-Regeln. Die gesamte DEN-Architektur paßt zudem nicht in den realen Ablauf, der in der Praxis gefordert ist: zunächst die Benutzer auf ihre Identität überprüfen und autorisieren sowie dann erst die Dienstgüten bereitstellen.

DEN sollte in die Sicherheitsinfrastrukturen von Herstellern wie IBM/Tivoli, CA, Bullsoft, BMC und Utimaco integriert sein, um bei Anwendern auf Zuspruch zu stoßen. So angeordnet, wäre auch das Problem der Verzeichnisintegration für die Zentralisierung der Benutzerprofile zu lösen. Die genannten Anbieter bieten für alle wichtigen System- und Anwendungswelten bereits entsprechende Lösungen.

Vielleicht ist ja genau das der Punkt, der den Netzprodukteherstellern nicht paßt: nämlich sich mit ihrer DEN-Offensive als ein Werkzeug unter vielen den Sicherheitsinfrastrukturen und Belangen der Geschäftsprozesse unterordnen zu müssen. Doch genau das müssen sie tun, wenn ihr Angebot im Markt ankommen soll. Ansonsten könnte es sein, daß DEN buchstäblich ins Leere läuft.