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05.10.1990 - 

Soft-Fonts und Formulargeneratoren

Den Einsatz von normalen Laserdruckern optimieren

Laserdrucker zeichnen sich vor allem durch einen geringen Geräuschpegel und die Schnelligkeit der Druckausgabe, beginnend bei etwa vier Seiten pro Minute, aus. Nachdem die geräuscharmen Ganzseiten-Drucker ihre Kinderkrankheiten abgelegt haben und der Markt ausgereifte und leistungsfähige Systeme ab 2500 Mark anbietet, nimmt ihr Einsatz merklich zu.

Wie so oft in der DV ergeben sich nach der ersten Stabilisierung einer neuen Technik sowohl durch weitere hardwaremäßige Entwicklungen als auch durch Software-Ergänzungen fast zwangsläufig erweiterte Einsatzmöglichkeiten. Das gilt auch für die Laserdrucker, die in Verbindung mit PCs immer beliebter werden und für viele Anwendungen interessante Auf-Tisch-Lösungen in besonderer Weise ergänzen oder sogar erst ermöglichen.

Verbesserung der Schriftqualität

Sowohl in der gehobenen Text- als auch in der Bild- und Formularverarbeitung bieten bereits einige Softwarehersteller für Tischlaserdrucker zusätzliche Programmpakete an. In der Textverarbeitung erzielen Spezialprogramme beispielsweise eine verbesserte Schriftqualität. Andererseits bieten weitere Softwarepakete die Möglichkeit, in einem Arbeitsgang beliebige Formulare zusammen mit den individuellen Einträgen auszudrucken. Damit entfällt die Notwendigkeit, ein eigenes Formularlager zu unterhalten.

Bei der Schriftqualität spielen vor allem scharfe Konturen eine Rolle. Die Druckersprache PCL-5 (Page Command Language) erlaubt unter anderem das "Scaling", um damit jedes einzelne Zeichen einer bereits vorhandenen Schrift mit Hilfe eines internen Rechenprogrammes stufenlos für Größen von fünf bis 128 Punkt umzurechnen. Im Unterschied zu normalen grafischen Programmen, die eine Zeichnung oder ein Zeichen nur grob vergrößern und damit eine gebogene Linie in einer gröber gerasterten Stufenform darstellen, erzeugt das PCL-5-Rechenprogramm eine bessere Rasterauflösung und damit sauber gezeichnete Linien.

Eine gute Unterstützung zum Erstellen von individuell gestalteten Schriften bietet das Programmpaket Laserstar von Stardivision, Lüneburg, an, das über 50 verschiedene Schriftfonts enthält, die sich in verschiedener Weise verändern lassen, und zwar

- in der Größe der Schriftzeichen,

- bei der Neigung der Zeichen nach links oder rechts,

- als Inline-Fonts, als Outline-Fonts bei der Schattenbreite - mit Unterstrich, mit Überstrich,

- als Invertierung, das heißt, die Zeichen werden nicht Schwarz auf Weiß, sondern Weiß auf Schwarz dargestellt, und

- zum Unterlegen von Grautönen im Vorder- oder Hintergrund in unterschiedlichen Stufen.

Alle diese Möglichkeiten der Schriftveränderung tragen dazu bei, daß Schriftstücke durch individuelle Gestaltung eine besondere Note erhalten. Laserstar arbeitet mit verschiedenen anderen Textprogrammen wie MS-Word, Wordperfect oder Starwriter zusammen. Darüber hinaus bietet das Programm den Anwendern die Möglichkeit, die jeweils notwendigen Druckertreiber nach eigenen Wünschen erstellen zu lassen, um die neu geschaffenen "Softfonts" in den vorstehend genannten Textsystemen zu verwenden.

Wenn die Softfonts einmal erstellt sind, stehen sie jederzeit einsatzbereit im jeweiligen Computersystem, meistens auf der Festplatte, zur Verfügung. Allerdings muß der Anwender noch sicherstellen, daß vor dem Start der Textsoftware die Softfonts von der Zentraleinheit in den internen Speicher des Druckers übertragen werden.

Funktionen der Druckertreiber

Alles was ein Drucker an Informationen benötigt, um Texte und Grafiken auszugeben, enthält der Druckertreiber. Druckertreiber stellen zum einen die Schnittstelle zwischen der jeweils eingesetzten Textsoftware oder anderen Anwenderprogrammen und dem Laserdrucker dar, zum anderen legen sie fest, welche Schriftarten in welchen Größen und in welchen Formen, etwa proportional oder mit fester Zeichenbreite zur Verfügung stehen sollen.

Wenn es sich um eine Proportionalschrift handelt, legt der Druckertreiber nicht nur die Breitenangaben für jedes einzelne Zeichen punktgenau fest, sondern überträgt diese Angaben (bis auf ein 1440stel Zoll genau) zum Drucker, der dann die Zeichen in der Zeile entsprechend positioniert, um die Zeilenbreite, zum Beispiel beim proportionalen Blocksatz, optimal auszunutzen. Ein Druckertreiber zeigt nicht nur dem Menschen an, was alles druckbar ist, sondern sagt auch der Maschine, wie sie jedes einzelne Zeichen zu drucken hat; es errechnet dabei, wie die Zeile in einzelnen Zeichen aufgeteilt wird.

Mit Hilfe von Formulargeneratoren, etwa dem Softwarepaket Dally der Softprint GmbH, München, ist jeder PC-Benutzer imstande, für einen angeschlossenen Tischlaserdrucker im Dialog mit dem Computer seine Formulare einschließlich individueller Logos zu erstellen und diese mit Hilfe eines Makroprogramms in den Laserdrucker zu übertragen.

Darüber hinaus ist es möglich, die selbstentwickelten Formulare mittels der zugehörigen Anwenderprogramme mit den

jeweils in Frage kommenden Daten zu füllen und dann in einem einzigen Arbeitsgang zu Papier zu bringen.

Der Anwender kann so seine eigenen Briefköpfe, Rechnungsformulare, Lieferscheine und dergleichen mehr erzeugen. Er spart dabei nicht nur das Umstellen auf die jeweils benötigten Vorlagen, sondern auch viel Platz und Geld für das Vorhalten der Formulare im Lager. Da auch die Formulardruckereien Druckaufträge nicht immer sofort ausführen und mitunter nicht termingerecht ausliefern, erhält der Anwender mit seinem PC bei der Verfügbarkeit der Formulare eine größere Sicherheit, wenn er seine Formulare im eigenen Haus herstellt.

Allerdings geht der Einsatz von Formulargeneratoren mit zwei neuen Problemen einher. Zum einen ist es mit einem Laserdrucker nicht möglich, Formular-Durchschreibsätze in einem Arbeitsgang zu bedrucken, sondern nur, nach und nach die jeweils gewünschte Anzahl von Kopien herzustellen.

Zum zweiten ist es für einen durchschnittlichen Benutzer nicht so einfach, die Druckaufbereitung der Formulare selber zu erledigen. Abhilfe schafft, hier nur Verkaufs- oder Servicepersonal, das dafür sorgt, daß der Käufer gleich ein funktionsfähiges System erhält.

Anforderungen an den Markt

Die Anbieter müssen sich verstärkt auf die gehobenen Ansprüche der PC-Interessenten einstellen. Im PC Vertrieb wird sich in absehbarer Zeit die Spreu vom Weizen trennen weil nur die Händler auf Dauer erfolgreich im Markt operieren werden, die auch die anspruchsvollen Erwartungen und individuellen Belange ihrer Kunden berücksichtigen. Alle Komponentenhersteller sollten daran interessiert sein, für ausreichend geschulte Vertriebspartner zu sorgen, die den Kunden einerseits gut beraten, und ihn andererseits im laufenden Betrieb entsprechend unterstützen.

Wer seinen PC optimal nutzen möchte, tut gut daran, die notwendigen Einsatzvorbereitungen für das Zusammenspiel von PC, Anwenderprogramm und Laserdrucker einem Fachmann zu überlassen, damit die Integration der Softwarepakete hundertprozentig klappt.

Zur Lösung von komplizierten Aufgaben genügt es keineswegs mehr, die Hard- und Software als getrennte Komponenten auszuliefern, das heißt, die Ware nur über die Theke zu reichen oder durch die Post zuzustellen. Die DV-Anbieter müssen darüber hinaus die Installation und laufende Betreuung zu vernünftigen Preisen garantieren.