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26.05.1978 - 

Computergesteuertes Mikrofilmarchiv installiert:

Den Fiche in den EDV-Dialog einbeziehen

MÜNCHEN/LUDWIGSHAFEN (pi). - Die vielseitigen Bemühungen, konventionelle Ablage- und Archivsysteme computergesteuerten Informationsdatenbanken anzugliedern, haben dem Mikrofilm in den vergangenen zehn Jahren den Ruf eingebracht, in dieser Beziehung nicht flexibel genug zu sein. Wie wenig diese These wert ist, hat die Datavision Deutschland GmbH, München, mit ihrer jüngsten Installation beim Chemiegiganten BASF in Ludwigshafen bewiesen. Der hier im Archiv- und Bibliothekswesen realisierte Computer/Mikrofilm-Verbund ermöglicht den rechnergesteuerten Zugriff auf große Mikrofilmablagen sowie die Rückgewinnung von Arbeitskopien der verfilmten Dokumente im Xerographie-Verfahren auf normales Schreibmaschinenpapier.

Wie Egon A. Krach, Geschäftsführer der Datavision Deutschland GmbH, erklärte, war es allerdings kein leichter Weg, den die Datavision bis zur endgültigen Realisierung des Projektes zurückzulegen hatte: "Die wenig freundlichen Beziehungen zwischen EDV- und Mikrofilm-Industrie haben in der Vergangenheit immer wieder Anstrengungen verlangt, hier zu einer sinnvollen Koordination zu kommen", betont Krach, "was in den meisten Fällen damit endete, daß wir eigenen Entwicklungsaufwand recht umfangreicher Art betreiben mußten."

Welche Kosten damit verbunden waren, hat die Datavision nachhaltig zu spüren bekommen: Allein in den letzten 15 Monaten wurden mehr als Millionen Mark für projektgebundenen Eigenentwicklungen aufgewendet.

Krach: "Wie oft standen wir vor der Entscheidung, das Projekt aus wirtschaftlichen Überlegungen aufzugeben. Viele waren auch der Meinung, daß so etwas gar nicht zu schaffen sei. Zumindest nicht in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen. Wir haben letzendlich bewiesen daß es doch geht. Und darauf sind wir natürlich besonders stolz."

Dialog mit dem Großrechner

Kernstück der bei BASF installierten Verbundlösung ist ein Mikrofilm-Retrievalsystem auf Ultrastrip-Basis, das gedoppelt mit einem 64 KB Prozeßrechner und den dazugehörigen Ein-/Ausgabeeinheiten. Der Prozeßrechner führt dabei sowohl den Dialog zwischen Bediener und Mikrofilmarchiv als auch zum Datenbanksystem des entfernt aufgestellten Großrechners. Dabei gibt der Anfrager über Bildschirm seine Deskriptoren ein, im Dialog mit dem Großrechner werden dann alle infrage kommenden Dokumentenadressen bereitgestellt, die über das Mikrofilm-Retrieval-System die entsprechenden Mikrofilmbilder entweder auf einen Lesebildschirm rückvergrößern oder, soweit gewünscht, über ein handelsübliches Xerox-Kopiergerät die erforderliche Anzahl von Rückkopien in Originalgröße auf Normalpapier erstellen. Der Kommunikations-Prozeßrechner erledigt alle notwendigen Prozeduren über ein angeschlossenes Magnetplattensystem, welches alle Programme zur Steuerung des Datenflusses sowie zur Verknüpfung der Deskriptoren in Overlays bereithält.

Vorteile durch Ultra-Strip

Die landläufig bekannten Schwächen von Mikrofilmsystemen auf Fiche-Basis führten dazu, daß man bei Datavision auf die Ultrastrip-Lösung überging.

Im Gegensatz zum etwa Postkartengroßen Mikrofilm-Fiche, der normalerweise Speichervolumen bis zu maximal 600 Dokumenten zuläßt und bei Dauerbelastung Schwächen im mechanischen Teil der Retrievalstationen offenbart, erweist sich der Ultrastrip als wesentlich robuster und platzsparender.

Denn obwohl der 35 mm breite Ultrastrip nur ein Drittel der Fläche eines Mikrofiche beansprucht, offeriert er ein wesentlich höheres Speichervolumen: Bis zu 2400 Dokumente finden auf einem einzigen Ultrastrip Platz.

Viele Daten schnell im Zugriff

Verglichen mit dem Mikrofiche bedeutet dies eine Erhöhung der Speicherdichte um den Faktor Zehn.

"Gerade dort, wo es gilt, eine sehr hohe Anzahl von Dokumenten direkt zugriffsbereit zu halten, sind Lösungen ohne den Einsatz von Ultrastrip kaum denkbar", weiß Datavision-Geschäftsführer Krach aus eigener Erfahrung darzulegen, "warum allerdings gerade in der technologisch so vielgepriesenen Bundesrepublik Deutschland Techniken dieser Art bisher so wenig Berücksichtigung fanden, bleibt vielen Fachleuten einfach unverständlich."

Die Datavision-Crew sei indes in der Lage, auf die besonderen Bedürfnisse des einzelnen Anwenders zugeschnittene Lösungen zu realisieren. Krach: "Alle Problemlösungen komplexester Art können wir mit dem bis heute gewonnenen Erfahrungsschatz in Ruhe angehen. Man sollte anwenderseitig nur nicht vergessen, daß dies einer sehr sorgfältigen Vorplanung bedarf und die bisher gehandhabten Wege zur Auffindung von Bild- und Textinformationen unter Umständen in Frage gestellt werden, weil sie den heute erforderlichen organisatorischen Maßstäben einfach nicht mehr standhalten . "

Von der Beratung bis zur Lösung

So sieht sich die Datavision Deutschland GmbH denn auch nicht als irgendein Hardware-Lieferant sondern vielmehr als EDV/Mikrofilm-Systemhaus, bei dem der Beratung ein besonders hoher Stellenwert zukommt.

"Mit der Technik allein kommt hier keiner weiter," meint dazu Krach, "aber sie ist natürlich wesentlicher Bestandteil aller Überlegungen." Basis bei der Erarbeitung einer EDV/Mikrofilm-Verbundlösung bleibe immer die organisatorische Vorbereitung: "Von ihr hängt nicht zuletzt die Auslegung vor allem der gesamten System- und Anwendersoftware ab", resümiert Krach.

Information: Datavision Deutschland GmbH, Leopoldstraße 121, D-8000 München 40.