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24.02.1995

Den Fuss im Upsizing-Markt Infor legt Windows-PPS fuer den Client-Server-Markt aus

STUTTGART (CW) - Im Windows-Look mit komplett ueberarbeiteter Benutzeroberflaeche praesentiert sich demnaechst Version 5 des Produktionsplanungs- und steuerungssystems "VPPS" von der Infor GmbH aus dem saarlaendischen Neunkirchen. Das Update ist als Client-Server-Anwendung mit SQL-Schnittstellen konzipiert.

Das derzeit aktuelle Release 4.3 erfordert zwar auch schon Windows, die grafische Benutzeroberflaeche mit ihrer Menuefuehrung stammt allerdings noch aus DOS-Zeiten und entspricht nicht dem aktuellen Windows-Standard. Das neue GUI hingegen ist Windows- konform und wurde, was die Bedienung betrifft, zusammen mit dem Stuttgarter Fraunhofer-Institut fuer Arbeitswirtschaft und Organisation

(IAO) erarbeitet. Das Ergebnis steht in Form eines Styleguide den Partnerunternehmen zur Entwicklung von Fremdmodulen (Finanzen, Lohn und Gehalt etc.) zur Verfuegung. Prinzipiell waehlt der Anwender jetzt etwa zunaechst aus verschiedenen Objekten einen Auftrag und aktiviert anschliessend die benoetigte Funktion beispielsweise fuer eine Rechnung.

Mit dem neuen "Infor Dialog Manager" stellt das Programm ein Design-Tool fuer die Anpassung der Oberflaeche an betriebliche Belange zur Verfuegung, wobei sich Aenderungen in der Eingabemaske automatisch auf das gesamte System uebertragen lassen. So koennen beispielsweise die standardmaessig vorgegeben Button-Bezeichnungen mit firmengebraeuchlichen Namen ueberschrieben werden.

Die Integration anderer Windows-Anwendungen erfolgt ueber OLE 2.0, dabei wird Winword von VPPS als Text-Editor verwendet. Die Objektorientierung von Release 5.0 reicht allerdings noch nicht fuer Drag-and-drop-Funktionen, dies seien Features der Nachfolgeversion, heisst es bei Infor.

Die vollstaendige Umstellung von VPPS auf Windows erforderte eine Erweiterung der bisher verwendeten Programm-Ablaufsteuerung. Der Hersteller hat

dazu in Anlehnung an 4GL und auf Basis der Ablaufbeschreibungen "Ljapunows" (ein russischer Mathematiker) unter der Bezeichnung "lj4" eine eigene Sprache entwickelt.

Im lj4-Teil werden die fuer eine PPS-Funktion benoetigten Basismodule aufgerufen und in ihrer Reihenfolge einschliesslich Verzweigungen definiert. Die Systembasis wie Repository und Sprachinterpreter ist nun komplett in C++ geschrieben, die meisten, noch in C vorhandenen Applikationsmodule werden in Kuerze ebenfalls auf den objektorientierten Code umgestellt.

Infolge der Auslegung auf Client-Server-Strukturen und der SQL- Anbindung laesst sich VPPS nicht mehr nur in reinen PC-Netzen unter Netware betreiben. Die auf dem Client installierten PPS-Funktionen kommunizieren mit einer SQL-Datenbank, indem ODBC-konforme Abfragen zum Server geschickt und dort von einem vorgeschalteten "Infor-Tabellen-Server" in den SQL-Dialekt der jeweiligen Datenbank konvertiert werden. Der Tabellen-Server unterstuetzt zunaechst Netware SQL (Btrieve), Gupta (unter Windows NT), Oracle und Informix, weitere SQL-Datenbanken lassen sich laut Infor in kurzer Zeit anbinden, da die Anpassung jeweils nur am Tabellen-Server erfolgen muss.

Mit der in VPPS 5.0 realisierten Entkopplung von Anwenderfunktionen und Datenbankaufgaben will sich der Hersteller die Tuer zum Upsizing-Markt mit skalierbaren Servern oeffnen. Das neue Release, das zur Zeit bei Pilotkunden getestet wird, soll auf der CeBIT (Halle 20, Stand C33) praesentiert und gegen Mitte des Jahres zur Marktreife gebracht werden.