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12.10.1979 - 

Wird IBM eigene Computerläden einrichten?

Den Marktriesen interessieren auch Kleinst-Systeme

Ein Kleinstcomputer der "Apple"-, "PET"- oder "TRS 80"-Klasse mit dem Markenzeichen IBM - das scheint heute mehr Spekulation denn vorstellbare Zukunft. Und doch sagt das amerikanische Marktforschungsinstitut Creative Strategies International (CSI) schon für die nahe Zukunft die ersten IBM-Attacken auf den potentiellen Riesen-Markt der Kleinstsysteme - "Personal Computer" beziehungsweise "Tischcomputer" - voraus.

Schon im Dezember, so weissagen die CSI-Auguren, wird IBM zwei "Billig"-Computer ankündigen - erster Schritt hin auf das (von CSI so definierte) Ziel, den Rechner-Markt im Preisbereich von etwa 10 000 bis 200 000 Mark zu dominieren Dabei verläßt sich IBM sicher nicht allein auf seinen klangvollen Namen und die bekannt durchschlagenden "Ankündigungs-Effekte" neuer Produkte: Auch von der Hardware her wird der Computer-Gigant Besonderes zu bieten haben, meint CSI. So sei ein Prozessor im Gespräch, den auch eine ungeschulte Stenotypistin programmieren könne, ein Display samt Tastatur um etwa 100 Mark in Plasma- statt Kathodenstrahltechnik sowie ein leichtes, wirklich tragbares Computermodell mit Flüssigkristall-Anzeige nach Art heutiger Kleinuhren.

Gegenüber seinen Konkurrenten wird IBM laut CSI vor allem den Vorteil ausspielen können, als Chip-Eigenproduzent früher als die anderen Anbieter systemgerecht konzipierte Schaltkreise "nach Maß" einsetzen zu können. CSI meint sogar, die reinen Halbleiterproduzenten würden als Zulieferer nie den komplexen Anforderungen der Systemanbieter voll gerecht werden können - was letztere zwingen könnte, wollen sie IBM nicht einen uneinholbaren Vorsprung lassen, selber Halbleiterfirmen zu übernehmen oder aufzubauen.

Um Unternehmen wie Commodore, Radio Shack oder auch Hewlett Packard erfolgreich das Wasser abzugraben, muß IBM neben fortschrittlicher Hardware auch im Marketingsektor bieten, was Kleinstcomputerkunden wollen, meint CSI: und das sind Computerläden (mit gutem Service), wo man seinen Rechner einfach zahlt und mitnimmt. Schon in zwei Jahren, so rechnet CSI, dürfte IBM in rund 200 amerikanischen Städten derartige Läden eröffnet haben und über sie vor allem Produkte im Preisbereich um die 2000 Mark absetzen. Spätestens dann dürfte den bisherigen Matadoren auf dem Feld der Personal-Computer wohl kalter Wind ins Gesicht blasen.

_AU:Egon Shmidt. Egon Schmidt ist freier Wisenschaftsjournalist.