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19.12.1975

Den Schwarzen Peter schieben

Wie lief es denn im Jahre 1975?

Termindruck und Kostenüberschreitungen machten allenthalben Sorgen. Immer wieder kam etwas dazwischen und schmiß die Projektplanung über den Haufen.

Feuerwehreinsatz: Der Vorstand beschloß einen neuen Vertriebsweg, die EDV-Lösung mußte schnellstens fertig sein.

Zusatzwünsche: Fachabteilungen bemerkten in der Programmierphase, daß bei der Organisations-Analyse so einiges vergessen worden war.

Neue Verordnungen: Ein Ministerium verschlimmbesserte die Richtlinien, erprobte Verfahren mußten geändert werden.

Vorfeld-Organisation: Die EDV-Leute bemerkten, daß die Fachabteilungen nicht zu Rande kamen und trampelten mit ihrem Know-how auf den Gefühlen der nur Staunenden.

Separate Tische in der Kantine

Und so verzögerten sich dann Projekte. Die EDV-Abteilung war der Prügelknabe. Den Letzten bissen die Hunde. Und in der Kantine saß man an getrennten Tischen.

Die Datenverarbeiter gaben sich arrogant mit dem Nimbus der reinen Hexenkunst. Die Fachabteilungen hatten keine EDV-Kenntnisse und betrachteten die Computerheinis als Staat im Staate. Die Geschäftsleitung bewilligte zähneknirschend Zusatzetats.

Das könnte 1976 anders werden - wenn es gelingt, die Fachabteilungen stärker in die Mitverantwortung zu zwingen.

Gemeinsam entwickelte Projektpläne müßten von den Fachabteilungen mit "rechtsverbindlichen Zweitunterschriften" gegengezeichnet werden.

Nach Redaktionsschluß keine Änderungen mehr

Derart einmal verabschiedete Programmiervorhaben dürften in der Regel dann nicht mehr geändert werden. Natürlich wird es auch nach Redaktionsschluß immer noch Zusatzwünsche geben. Natürlich muß man ihnen entgegenkommen, denn nicht Subsystem-Optimierung ist das Ziel, sondern gute Programme für die Firma. Also kann man in der Praxis gar nicht allzu rigoros mit dem Grundsatz verfahren, daß stur nur das getan wird, was einst beschlossen wurde. Schließlich hat ja auch die EDV-Abteilung bei ihren Schätzungen meist einen Puffer eingeplant. Änderungen unter zehn Prozent des Gesamtvolumens wird man schlucken müssen. Aber beim zweiten Zehnerprozenter heißt es: Glashart sein. Dann muß es eben Zusatzanträge mit normalen Projektgenehmigungsverfahren geben. Sollen doch die Fachabteilungen den Schwarzen Peter bekommen, wenn sie trotz Vorstudien nicht wissen, was sie wollen. Die sich aus solchen Nachträgen ergebenden Terminverzögerungen für andere Projekte sind mit Begründung den betroffenen Fachabteilungen rechtzeitig bekanntzugeben. Ab 1. 1. 76.