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20.09.1978

"Den Sprung ins kalte Wasser gewagt"

Mit Klaus Tauscher, Leiter der Software-Entwicklung der ADV/ORGA F. A. Meyer GmbH, Wilhelmshaven, sprach CW-Redakteur S. Fiedler über das neue Personal-Abrechnungssystem IPAS

- Herr Tauscher, ADV/ORGA ist der Meinung, mit dem neuen Informativen Personal-Abrechnungs-System IPAS die Weichen für die 80er Jahre gestellt zu haben. Womit begründen Sie diesen Optimismus?

Mit dem Einsatz neuer Software-Technologien und mit der Tatsache, daß bei der Programmentwicklung ein vom herkömmlichen Schema abweichender Weg beschritten wurde: Wir haben zuerst einmal sämtliche in Frage kommenden Gesetzestexte gewälzt, das Tarifund das Pfändungsrecht sowie das Lohnfortzahlungs- und das Einkommensteuergesetz, und dann ein System konzipiert, das den Anforderungen des Gesetzgebers und denen der Tarifbestimmungen in allen Belangen entspricht.

Anschließend sind wir strukturiert vorgegangen und haben uns immer wieder gefragt: Was möchte der Anwender eigentlich? Im Laufe der Zeit ist auf die Art eine sehr komplexe Modulsammlung entstanden.

- Welche Rolle hat die Datenorganisation bei Ihren Überlegungen gespielt?

Wir sind von keiner bestimmten Datenorganisation ausgegangen und haben auch zunächst nicht überlegt, ob das System mit einer bestimmten DB- oder DC-Technik realisiert werden kann. Das war erst ein nachgelagerter Schritt. Diese Vorgehensweise ist vielleicht das Wesentliche an der Entwicklung. IPAS ist datenbank-, DC- und datenorganisationsneutral.

- ADV/ORGA hat doch bereits 1969 ein Personalabrechnungssystem auf den Markt gebracht, das bis heute immerhin rund 40mal installiert wurde. Warum also ein neues entwickeln?

Wir haben uns vor zirka drei Jahren gefragt, was wir im Hinblick auf ein datenbank- und dialogorientiertes Informationssystem für die 80er Jahre machen können. Als wir daraufhin advor 310/318 untersuchten, mußten wir feststellen, daß dieses System den Anforderungen der 80er Jahre ganz sicher nicht mehr gewachsen sein wurde. Denn das, was man dann an Informationen benötigen wird, würde advor 310 überfordern.

- Hätten Sie advor 310 nicht einfach erweitern können?

Das ist zwar ein stabiles Abrechnungssystem. Aber auf ein solches einfach einen Informationsteil zu pfropfen, hätte nicht den gewünschten Effekt gebracht, weil die Informationen letztlich immer nur so gut sein können wie ihre Abrechnung. Wir haben deshalb den Sprung ins kalte Wasser gewagt.

- Wie groß war der Manpower-Aufwand für die IPAS-Entwicklung?

Wir haben insgesamt vier Mitarbeiter aus der Software-Entwicklung und Beratung herausgezogen und mit ihnen praktisch ganz neu angefangen. Dieses Team hat dann an dem Projekt zwei Jahre in unserem Haus gearbeitet.

- War der Aufwand nicht ein wenig hoch?

Unsere Investitionen dafür waren so hoch, weil wir meinen, daß sich in diesem Bereich noch sehr viel tun wird. Wir wissen, daß die derzeit installierten Systeme auf dem Abrechnungssektor in vielen Fällen zirka zehn Jahre alt und daher langsam überholt sind. Viele Anwender können zum Beispiel nicht rückrechnen, andere haben keine Datenübermittlungsordnung (DÜVO). Das sind ganz entscheidende Schwachstellen bei den älteren Systemen. Viele dieser Anwender werden genötigt sein, ihre veralteten Systeme durch neue zu ersetzen.

- Das gilt auch für advor-310-Anwender?

Das kann auch für sie zutreffen. Das batchorientierte advor 310 wird aber sicher auch in Zukunft noch den Anforderungen zahlreicher Anwender genügen.

- Ist IPAS Ihr System für die 80er Jahre?

IPAS ist die erste Stufe eines zukünftigen Informationssystems. Das wird ganz sicher noch ausgebaut. Wir sprechen auch von einem "Offenen System". Wir erheben nicht den Anspruch, bereits heute schon ein Informationssystem realisiert zu haben, wie es in den 80er Jahren benötigt wird.

- Gibt es entsprechende Systeme von Mitbewerbern?

Wir meinen, daß es für IPAS derzeit auf dem Markt keine Konkurrenz gibt.

Und wie teuer ist dieses "konkurrenzlose" Produkt?

Es kostet zwischen 50 000 und 200 000 Mark