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07.12.1979 - 

Standard-Draht zwischen Nixdorf und Opel:

Den TÜV-Termin vom Autohaus

Im Bereich kommerzieller Standardpakete erhalten Anwendergruppen-orientierte Lösungen wachsende Bedeutung. Ein Beispiel dafür sind die von der Nixdorf Computer AG/Paderborn gemeinsam mit der Adam Opel AG/Rüsselsheim entwickelten Programmpakete EDICS und COSCO. Die Informations-Verbundsysteme stellen zwischen Werk und Opel-Händler die zur Steuerung des Betriebsablaufes notwendigen Daten und Informationen zur Verfügung.

Das Bielefelder Autohaus Hagemann ist zusammen mit der Tochterfirma Beckmann und einer Filiale in Oerlinghausen ein großer Opel-Händler im Raum Ostwestfalen -Lippe. 260 Mitarbeiter setzen neben den branchenüblichen Serviceleistungen rund 3700 Neuwagen im Jahr ab. Die Unternehmensleitung entschloß sieh, als Pilotbetrieb bei der Entwicklung eines Informationssystems durch Nixdorf und das Herstellerwerk mitzuwirken. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden EDICS und COSCO.

Für die Aufgabenabwicklung steht in jedem der drei Betriebe als Zentraleinheit ein Nixdorf-Magnetplattensystem 8870/1 (4 x 5 Millionen Bytes, 128 KB im Stammhaus; 2 x 5 Millionen Bytes, 96 KB bei Beckmann; 2 x 5 Millionen Bytes, 64 KB in Oerlinghausen) mit insgesamt sieben Nixdorf-Bildschirmarbeitplätzen, vier Nadeldruckern und einem Zeilendrucker (im Stammhaus). Die Datenübertragung zwischen Bielefeld und Rüsselsheim läuft über einen Datenübertragungsanschluß einschließlich PLC.

EDICS und COSCO übernehmen im Verbund, nach der gerade abgelaufenen Endphase der Einführung, interne und aus der Zusammenarbeit mit dem Herstellerwerk entstehende Aufgaben.

Über DFÜ wird dem EDV-System in Bielefeld täglich der Status der bestellten aber noch nicht ausgelieferten Neuwagen übermittelt. Dabei unterscheidet das System zwischen fünf Fertigungsstufen, wobei in der ersten Stufe noch Änderungen möglich sind. Wöchentlich erfolgt eine Gegenüberstellung von Bestell- und Produktionsnummer. Im händlereigenen System werden neben den vom Herstellerwerk eingespielten Neuwagenangaben alle Daten über die vorrätigen Gebrauchtwagen gespeichert. Der Verkäufer kann sich danach am verkaufsbereichseigenen Bildschirmarbeitsplatz Auskünfte für Kundengespräche beschaffen.

Für jeden Neukunden wird ein Kundenstammsatz angelegt. Sobald bei Fertigstellung eines georderten Fahrzeuges die Fahrgestell-Nummer vom Werk übermittelt wurde, stehen aus der Verbindung von Kundenstammsatz und dem bei der Bestellung entstandenen Fahrzeugstammsatz automatisch alle die Angaben zur Verfügung, die von den Bereichen Buchhaltung, Fakturierung, Werkstatt, Ersatzteillager und Werbung benötigt werden.

Gleichzeitig bilden die Kundenstammdaten einen Teil der Informationen, die vom hauseigenen EDV-System zusammen mit Angaben über Fahrzeug- und Ersatzteilbestellungen in einem "Datentopf" gesammelt und nachts nach Rüsselsheim übertragen werden. Damit entfällt für das Autohaus Hagemann das zeitraubende Ausfüllen der sogenannten "Statistik und Euroservicekarte", wie bei den an das Verbundsystem nicht angeschlossenen Opel-Händlern noch üblich. Für den Händler ist die rechtzeitige Übermittlung der vom Herstellerwerk geforderten Daten insoweit wichtig, als sie die Bonushöhe mitbestimmen.

Weitere Rationalisierungsgewinne ergeben sich für den Opel-Händler aus der Fähigkeit des Programmpaketes, Mengenbestellungen für mehrere Fahrzeuge von sich aus in Einzelbestellungen aufzulösen. Zudem entfällt die manuelle Kontrolle von Listenpreis und der; vom Verkäufer eingesetzten Preis. Dies und das Abchecken von Sonderausstattungsvariationen in über 2000 Spielarten erledigt das System von sich aus. Dabei stehen jederzeit die aktuellen Preise zur Verfügung, die vom Herstellerwerk per DFÜ in das Händler-EDV-System eingegeben werden.

Durch die Übernahme des größten Teils der administrativen Arbeiten beim Verkauf durch das EDV-System können auch Auslieferungsspitzen in den Sommermonaten bewältigt werden, wenn ein Teil des Personals in Urlaub ist.

Durch den Dialog zwischen Händler- und Hersteller-EDV konnten die Lagerhaltungskosten wesentlich gesenkt und eine optimale Verfügbarkeit erreicht werden.

Rechnung sofort erstellt

Jeder Kunde erhält aus dem im Werkstattbereich stationierten Drucker sofort nach Auftragsausführung seine Rechnung, was vor allem bei Privatkunden einen wichtigen Faktor darstellt. Die Werkstatt greift hierzu auf die aus der Verkaufsphase vorliegenden Kunden- und Fahrzeugstammdaten zurück.

Alle Arbeitsgänge sind mit Codenummern versehen. Diese gewährleisten sowohl die Zurechnung auf die betreffende Kostenstelle wie Lackierer oder Karosserieabteilung, als auch die Bewertung von Arbeiten mit unterschiedlichen Arbeitswertsätzen. Weiter liefert die Codenummer alle Angaben für die spätere Leistungslohnabrechnung.

Aus diesen Daten erstellt das System eine Produktivitätsliste und die abendliche Bruttoertragsrechnung. Es verbindet auch die einzelnen Betriebsabteilungen, wie Werkstatt und Lager, miteinander.

Mit wachsendem Wettbewerb schreibt man im Autohaus Hagemann Verkaufsförderung größer. So kann man jetzt unter Rückgriff auf die Kunden- und Fahrzeugstammdaten die Kunden auf bestimmte, fahrzeugbedingte Termine (TÜV-Vorführung, fällige/ausstehende Wartung) oder nach kundenspezifischen Kriterien ansprechen. So haben beispielsweise bestimmte Berufsgruppen (Rechtsanwälte, Ärzte) standesspezifische Vorlieben für gewisse Fahrzeugtypen. Auch über Kaufhäufigkeit und Sprache gibt das EDV-System Auskunft. Die Ansprache des Kunden kann über einen Text in der Muttersprache des betreffenden Kunden erfolgen. Bei Industriekunden gibt das System Auskunft über Fuhrparkdaten.

Im administrativen Bereich laufen die Daten aller Betriebsabteilungen zusammen. Die Daten aus den beiden Außenstellen gelangen auf Magnetplatten zum Stammhaus. Neben dem Händlerfinanzbericht für das Herstellerwerk, dessen Erstellung in der Vor-EDV-Ära einige Tage erforderte, liefert das EDV-System eine Darstellung aller wichtigen Aussagen und Kennziffern aus Betriebsabrechnungsbogen, Bilanz- und Bruttoertragsanalyse für die Geschäftsleitung.

Der geschäftsführende Mitinhaber, Dipl.-Kfm. Bollweg, und seine Mitarbeiter sind mit der Hardware und Software "eigentlich sehr zufrieden".