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Auch wenn eine VAX mehr Durchsatz bietet als eine PDP-11:


09.07.1982 - 

Der 16-Bit-Linie erst einmal Paroli bieten

AACHEN - Ob ein Supermini tatsächlich leistungsfähiger als ein Mini und fast so tüchtig wie ein Universalrechner ist, stellt Michael Emrich* in Frage. Er zweifelt die Notwendigkeit des Einsatzes der 32-Bit-Systeme gerade auf dem Gebiet an, wo sie sich besonders stark fühlen: Netzwerke, elektronische Post. Anwendungsprogrammierung.

Klopft man die Argumente für die Superminis genau ab, so loben sie eher Eigenschaften aus, die auch die Minis haben. Da werden 32-Bit-Rechner als Knoten im Rechnernetzwerk angepriesen, als elektronische Post und für die Anwendungsprogrammierung der ganzen Firma. Als ob man dazu 32 Bit bräuchte.

Diese Aufgaben werden von den "klassischen" Minis ebenso und schon lange wahrgenommen. In dem "schon lange" liegt ein wichtiger Vorteil der 16 Bit-Garde: Sie lösen schon seit Jahren die Probleme, die noch keiner als Software für die 32-Bit-Rechner formuliert hat.

Bedenkt man die enormen Kosten für Softwareentwicklung und addiert sie zu ihren Hardwarekosten von etwa einer halben Million, so müßte der Nutzen der Superminis schon gewaltig ausfallen, um der 16-Bit-Linie Paroli bieten zu können. Aber das läßt sich so kraß sicher nicht behaupten, denn auch die Mini-Entwicklung hat nicht geschlafen.

Selbstverständlich setzt eine VAX mehr durch als eine PDP-11, aber hier gibt es Softwarepakete für alle Branchen und Probleme. Der Durchsatz schließlich wächst mit jedem Release des Betriebssystems. An einen 16-Bit-Rechner kann man im Einzelfall auch 60 Terminals hängen, und der Preis bleibt weit unterhalb der vergleichbaren 32-Bit-Lösung. Man geht hier in der 16-Bit-Technologie sogar noch weiter: Man emuliert die Klassiker unter den Minis softwaremäßig und fährt deren Software dank Bitslice-Technologie mit einem wesentlich höheren Durchsatz. So genießt man auch mit normalen Minis im Timesharing-Betrieb Großrechnerkomfort - und das bei wohl-gefüllter und preiswerter Softwarebibliothek. Nebenher laufen noch Stapelschlangen .

Kommt es dann wirklich einmal zu dick, stellt man einen zweiten Mini dazu und vernetzt die beiden. Der Weg ins öffentliche Netz wie Datex-P ist längst erprobt. Da mußten nicht erst die Superminis kommen.

Sieht man von technisch-wissenschaftlichen Problemstellungen oder umfangreichen Realzeit-Aufgaben ab, so können die Minis ihren großen Brüdern überall Konkurrenz bietet

-und ihre Benutzer, die EDV-Abteilung, die Softwarehäuser, haben mit ihrer Technologie die oft beschworene, aber in der EDV-Welt so seltene Erfahrung.