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29.10.1976 - 

Optische Beleglesung wird immer interessanter:

Der Anwender sollte rechtzeitig umdenken

29.10.1976

Die optische Beleglesung ist die idealste Lösung für die Erfassung von Beleggut, das von menschlicher Hand, meist mittels Schreibmaschinen, erstellt wurde. Man hatte sich sehr viel von diesem Verfahren versprochen zu viel, wie sich herausstellte.

Denn die bis vor kurzem für das optische Lesen angewandte Technik erreichte sehr schnell ihre Grenzen - vor allem was Fehlersicherheit und Kosten angeht.

Die seit Jahrzehnten eingeführte Lochkarte hat mittlerweile an Bedeutung erheblich verloren, behauptet aber nach wie vor ihren rsten Platz.

Also wurden andere Techniken gefunden und eingeführt, die zwar immer noch die gleiche organisatorische Form eines Daten-Zwischenträgers benutzen, aber durch die Verwendung von Magnetbändern und Platten kostengünstig arbeiten. Dazu kommt noch die Verwendung von Computerintelligenz, um Form und Inhalt der Eingabe zu kontrollieren und dadurch die Qualität der Eingabedaten zu verbessern.

Nachteilig bleibt jedoch auch hier, daß der Umsatz-Vorgang zwar beschleunigt und qualitativ verbessert wurde, jedoch als solcher immer noch notwendig ist und daß dafür menschliche Arbeitskraft benötigt wird.

Dasselbe Argument gilt auch, jedoch eingeschränkt, für die direkte online Erfassung - wobei der Computer direkt als Empfänger und Kontrollorgan benutzt wird.

Ausweg in die leichtere Lösung

Daß diese Techniken heute noch sich so weiter Verbreitung erfreuen, ist der Tatsache zuzuschreiben, daß das optische Beleglesen sich technisch und damit preis-/leistungsmäßig zu hoher, komplizierter Verfahren bediente bedienen mußte. Das führte dazu, daß optische Leser zwar seit langem existieren und auch benutzt werden, jedoch durch die damit verbundenen Kosten nur einen begrenzten Anwenderkreis fanden, der die entsprechenden Volumen zu verarbeiten hatte, um mit diesem Gerät kostengünstig arbeiten zu können. Hinzu kamen die erforderlichen Umstellungs- und Belegerstellungsprobleme, die manchen potentiellen Anwender den einfacheren Weg, vielleicht nicht so kostengünstigen Weg Key-to-disk/tape oder Online Datenerfassung gehen ließen.

Wir unterscheiden heute prinzipiell drei Typen von optischen Lesern:

- einfache Markierungsleser, die nur einfache Markierungen, ähnlich einer Mark-Sense-Karte, verarbeiten können;

- Belegleser, die ein- oder mehrzeilige Belege in OCR-A, B und anderen Schriften und/oder Magnetschrift lesen;

- Seitenleser, die ganze Seiten (bis mehr als DIN-A4-Format) mit unterschiedlichsten Schriftarten und Handschrift (numerisch und Sonderzeichen) zu verarbeiten in der Lage sind.

Mehr Technik bei fallenden Preisen

Markierungsleser sind kaum noch direkt den optischen Lesegeräten zuzuordnen, sind, jedoch die am weitesten verbreiteten Geräte für die, wenn auch primitive, direkte Belegerfassung.

Sie sind zweifelsohne die kostengünstigsten Geräte eben wegen ihrer einfachen Technik.

Belegleser/-sortierer sind schon wesentlich komfortabler ausgestattet, jedoch hauptsächlich für die Verarbeitung kleinformatiger vornehmlich einzeiliger Belege mit OCR-Schrift und/ oder - Magnetschrift ausgelegt.

Es sei jedoch hier klargestellt, daß heute verfügbare Beleglese-Sortiermaschinen mehr Flexibilität und damit organisatorische Möglichkeiten und daraus resultierend echte kosten-effiziente Lösungen zugelassen als die bis dato im Einsatz befindlichen. Dazu kommt, daß eine online Kopplung dieser Geräte an einen Hauptrechner, der die erforderliche Intelligenz bereitstellt, nicht mehr notwendig ist.

Bei Seitenlesern ist wohl der bemerkenswerteste technische Fortschritt zu verzeichnen. Für diese Art von Geräten besteht ein sehr breites Feld von Anwendungsmöglichkeiten, wenn man bedenkt, was alles auf DIN-A4- 5-, 6- Formaten mit unterschiedlichen Schrifttypen geschrieben wird und in den Rechner hinein soll. Aber es ist möglich, und der heutige Preis kann viele dieser Probleme einer wirtschaftlichen Lösung zuführen - auch angesichts der Konkurrenten, wie Key-to-disk und online Erfassungsmethoden.

Die Korrektur der abgewiesenen Belege

Eines der Hauptprobleme beim optischen Lesen ist die Korrektur abgewiesener Belege. Es ist bis heute kein Verfahren bekannt, mittels dessen man automatisch korrigieren könnte. Jedoch hängt die Menge abgewiesener Belege im Verhältnis zur Menge aller gelesenen Belege sehr von der Qualität der verwandten Erkennungstechnik des einzelnen Systems ab. Als Grenzwerte für moderne Geräte können 0,05 Prozent bis 1 Prozent abhängig von der Anwendung unterstellt werden.

Um selbst diesen Werten noch mit Raffinement beizukommen, hat Recognition Equipment ein Direkt-Eingabe-Korrektursystem, (DEKS) entwickelt, das an alle Beleg- oder Seitenleser angeschlossen werden kann. Mittels einer online Verbindung werden Rückweisungen, Substitutionen und andere vom Programm ausgewählte Informationen, selektiv auf die Platte(n) des mit eigenem Minicomputer ausgerüsteten DEKS ausgegeben. Bis zu 22 angeschlossene Bildschirm-Terminals greifen auf die auf der Platte gespeicherten "Batches" von zu korrigierenden Daten zu, erhalten entweder das nicht erkannte Zeichen dargestellt oder wahlweise den ganzen Beleg. Dadurch wird der Bediener in die Lage versetzt, jeden Fehler optimal mit nur einem Tastendruck zu bereinigen. Die so korrigierten Beleginformationen können auf demselben Wege wieder mit den Informationen der richtig gelesenen Belege zusammengespielt werden. Während dieses über Software sehr, vereinfachten Korrekturvorganges läuft der Lesevorgang auf dem Hauptsystem weiter.

Neue Konzepte für die Zukunft

Eine solche Kombination zwischen optischer Beleglesung und manueller Datenerfassung auf Platte oder Band ist heute wohl die kostengünstigste und organisatorisch eleganteste Lösung für fast alle Probleme der direkten Datenerfassung, denn sie erlaubt die Vorteile der automatischen Beleglesung mit denen der direkten Dateneingabe über Tastaturen zu kombinieren und beide Datenflüsse auf einem einzigen Medium zur Verarbeitung bereitzustellen.

Geht man noch einen Schritt weiter und betrachtet die Erfassungsmöglichkeit mittels OCR-Wand-Handlesegeräten, die, von Hand über einen Beleg geführt, auch an entfernten Plätzen mit kleinem Datenaufkommen eine sichere und kostengünstige optische Beleglesung realisieren, dann erkennt man die weitgespannten Möglichkeiten der optischen Beleglesung in ihrer ganzen Bedeutung.

Wo kann man Grenzen für die optische Beleglesung sehen? Sie sind noch längst nicht erreicht, insbesondere wenn man berücksichtigt, daß die neuesten Technologien - Mikro-Prozesoren, LSI, ROM, MOS und wie sie alle heißen - auch für die Verbesserung der optischen Leser angewandt werden.

G. w. König ist Marketing Manager bei Recognition Equipment GmbH, Offenbach/Main