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27.01.1995

Der Aufschub erschwert die Budget-Planung Unterschiedliche Reaktionen auf die Verspaetung von Windows 95

BOSTON (IDG) - Der abermals verschobene Auslieferungstermin von Windows 95 durch Microsoft erzeugt Stirnrunzeln bei Anwendern. Hard- und Software-Anbieter hingegen kommt der erneute Aufschub nicht ungelegen. Auch die IBM versucht die Gunst der Stunde zu nutzen und ruehrt verstaerkt die Werbetrommeln fuer das eigene 32- Bit-Produkt OS/2 Warp.

Anwender klagen ueber Nachteile durch die Verschiebung der Auslieferung von Windows 95 auf das dritte Quartal 1995. "Die Verspaetung erschwert es, das IT-Budget fuer kuenftig benoetigte Applikationen richtig zu berechnen", gibt beispielsweise Raye Schwartz, Information System Manager bei der Blackstone Group, New York, zu bedenken. Hatte Blackstone noch kuerzlich geplant, saemtliche DOS-Rechner von vornherein mit Windows 95 auszustatten, muessen die PCs aufgrund des wiederholten Aufschubs jetzt uebergangsweise mit Windows 3.1 ausgeruestet werden, erkaert Schwartz. So entstuenden unnoetige Kosten fuer zusaetzliche Schulung und Support.

Viele Hard- und Software-Anbieter freuen sich dagegen ueber die hinzugekommenen Wochen, in denen sie Produkte und Marketing- Strategien fuer Windows 95 intensiver vorbereiten koennen. Die Lotus Development Corp. beispielsweise entwickelt seit einiger Zeit parallel an Desktop-Applikationen fuer Windows 3.1 und Windows 95. Demnaechst sollen neue Versionen von Amipro, Freelance und Approach fuer beide Betriebssysteme in den Handel kommen. "Wir denken, die Nachfrage fuer Windows-3.1-Programme wird dieses Jahr noch andauern", zeigte sich ein Lotus-Sprecher zuversichtlich.

Naturgemaess passt auch der IBM der Windows-95-Aufschub ins Marketing-Konzept. "Die Verspaetung trifft vor allem unabhaengige Software-Anbieter, weil sie sich negativ auf das Einkommen auswirkt", glaubt Allison Johnson, IBM-Sprecherin in Austin, nicht ohne gleichzeitig forciert fuer das eigene 32-Bit-Pendant OS/2 Warp zu werben. Unterdessen haelt das DV-Unternehmen aus Armonk Ausschau nach Applikationsentwicklern, die von 16- auf 32-Bit-Architekturen umsteigen wollen.

Dennoch duerfte es sich fuer Big Blue immer noch als aeusserst schwierig erweisen, Microsoft Anteile im Markt fuer Betriebssysteme abzujagen. Dazu Raymond Bayley, Network Engineer bei Garland, einem Schwesterunternehmen der Defense Contractor E Systems Inc.: "Ich verfluche die Bugs und Verspaetungen von Windows 95, aber ich werde warten."