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26.04.2002 - 

Kolumne

"Der Aufschwung wird vertagt"

Gerhard Holzwart Redakteur CW

Wäre die allgemeine Situation in der IuK-Industrie nicht so ernst, könnte man ihr auch etwas Positives abgewinnen. Wer diesen ironisch anmutenden Satz nicht versteht, sollte sich die Tatsache vor Augen halten, dass nun schon seit Monaten nicht mehr ein Hype den nächsten jagt - ein munteres Treiben, bei dem sich bekanntlich Marketiers und Marktforscher in den vergangenen Jahren gegenseitig in ihrem Unrealismus überboten haben. Das Problem ist nur, dass die momentan grassierende "Land-unter"-Stimmung auch niemandem weiterhilft.

Anwender tun sich auf Dauer keinen Gefallen, wenn in Sachen IT nur der Rotstift regiert. Als strategisch erkannte und definierte IT-Projekte müssen nicht nur auf den RoI-Prüfstand, sondern auch in Angriff genommen werden - schon um der eigenen Wettbewerbsfähigkeit willen. Realismus und Pragmatismus sind also notwendig, auf beiden Seiten. Die wichtigsten Anbieter von IuK-Technologien haben dies in ihren jüngsten Prognosen zumindest indirekt beherzigt. Jedenfalls scheinen IBM, Microsoft, Intel, SAP & Co. nicht damit zu rechnen, dass es ein leichtes und vor allem schnelles Unterfangen sein wird, das verloren gegangene Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen. Die haben sich ja, man sollte es noch einmal erwähnen, nicht nur aufgrund eigener wirtschaftlicher Schwäche "Investitionszurückhaltung" auferlegt, sondern auch wegen der Enttäuschung im Zusammenhang mit vielen gescheiterten E-Business-Projekten.

Einmal mehr stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich die Frage, wann es zur lang ersehnten Erholung der Branche kommt. Auch die jüngsten Quartalszahlen konnten hier nicht wesentlich zur Klarheit beitragen. Zu diffus sind nach wie vor die Signale, die aus den einzelnen Marktsegmenten dringen. Während die Halbleiterindustrie erstmals seit fünf Quartalen Anlass zu vorsichtigem Optimismus gibt, scheint in der Telco-Industrie noch nicht einmal die Talsohle erreicht worden zu sein. Der PC-Markt wiederum tritt - vorsichtig formuliert - auf der Stelle, im Software-Business liegen existenzielle Krise (Commerce One) und gute Perspektiven (Network Associates) sehr dicht beieinander. Fest scheint nur eines zu stehen: Der Aufschwung wird immer weiter nach hinten vertagt. Und er wird sich vermutlich auf einem deutlich geringeren Niveau einpendeln als erhofft. Schon jetzt weisen zynische Zeitgenossen darauf hin, dass bereits im zweiten Halbjahr vieles nur mehr eine Frage der Statistik sein dürfte. Dann nämlich könnte der übliche Vergleich zum Vorjahr deutlich günstiger ausfallen, weil schon die entsprechenden Vorjahreszahlen unter dem Konjunktureinbruch gelitten haben.